Cisco getrieben vom guten Ausblick einziger Dow-Gewinner

Der Netzwerkausrüster Ciscohat am Donnerstag den Anlegern Hoffnung auf robuste IT-Ausgaben der Kunden gemacht.

Der Netzwerkausrüster Ciscohat am Donnerstag den Anlegern Hoffnung auf robuste IT-Ausgaben der Kunden gemacht. Nach dem Quartalsbericht, der am Vorabend nach Börsenschluss veröffentlicht wurde, zogen die Aktien an der Spitze des Dow Jones Industrial mit einem Anstieg um fast fünf Prozent einsam ihre Kreise. Sie waren in dem New Yorker Leitindex, der zeitgleich um 0,75 Prozent fiel, der einzige Gewinner.

Die Hoffnungen weckte das Unternehmen mit einer überraschend positiven Quartalsprognose. Die Erlöse sollen im laufenden Quartal um 11 bis 13 Prozent steigen. Analysten waren bisher nur von einem Plus von sechs Prozent ausgegangen. Auch die Gewinnprognose übertraf mit 96 bis 98 Cent je Aktie die Erwartungen von Experten. Hier hatten Analysten bis zuletzt nur 89 Cent erwartet.

Der Experte Ingo Wermann von der DZ Bank nahm die guten Nachrichten denn auch gleich zum Anlass, um für die Papiere eine Kaufempfehlung auszusprechen. Der Experte betonte, Cisco profitiere von der „Entstörung“ der Lieferketten und der hohen Nachfrage nach Routern, Switches und Sicherheitslösungen. Positiv wertet er außerdem den höheren Anteil der wiederkehrenden Erlöse und die wachsende Bedeutung des Software-Geschäftes. Die für den IT-Sektor hohe Dividendenrendite, die solide Bilanz sowie umfangreiche Aktienrückkäufe seien weitere Kaufargumente.

Laut dem Evercore-ISI-Experten Amit Daryanani wurden die Erwartungen von Cisco im vergangenen Quartal beträchtlich übertroffen. Ebenso wichtig sei aber auch der Ausblick auf das Jahr 2023 mit einem Umsatzwachstum, das zehn Prozent betragen solle. Hier liege der Analystenkonsens bislang nur bei sechs Prozent. Ähnliches gelte für das Gewinnziel je Aktie. Er lobte, dass Cisco sich weniger besorgt über die Konjunktur geäußert habe als andere große Tech-Konzerne.

Daryanani glaubt, dass Cisco der Ansicht ist, dass die langfristige Notwendigkeit, in Netzwerke zu investieren, die konjunkturellen Bedenken bei weitem überwiegt. Er vertritt daher die Ansicht, dass Cisco weiterhin in der Lage sein wird, Marktanteile zurückzugewinnen. Dies könnte als Puffer dienen, sollten konjunkturelle Bedenken größer werden.

Für die Aktien reichte der Kurssprung am Donnerstag zum höchsten Stand seit April 2022. Widerstände im Bereich von 50 Dollar, an denen der Kurs im August, November und Dezember jeweils noch abgedreht war, wurden nun überwunden. Mit einem Jahresplus von nun etwa sieben Prozent steigen die Cisco-Aktien ins Mittelfeld des Dow auf. Sie haben damit aber deutlich weniger zugelegt als große Tech-Konzerne wie Microsoft, Apple und Salesforce mit Anstiegen zwischen 10,5 und 28 Prozent. (dpa)

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