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Sonntag, Mai 22, 2022

Metros Vorbilder: Aufspaltungen liegen im Trend

Aus Eins wird Zwei: Aufspaltungen großer Firmen sind mittlerweile keine Seltenheit, der Handelskonzern Metro hat bei seinen Plänen einige Vorbilder.

Aus Eins wird Zwei: Aufspaltungen großer Firmen sind keine Seltenheit, der Handelskonzern Metro hat bei seinen Plänen einige Vorbilder. Das Großhandelsgeschäft Metro Cash & Carry sowie die Lebensmitteltochter Real sollen dabei in eine eigene Gesellschaft übertragen werden, die vom heutigen Konzernchef Olaf Koch geleitet wird. Die heutige Metro AG würde dann im Wesentlichen nur noch aus der Elektroniktochter Media-Saturn-Holding (MSH) bestehen. Hintergrund für die Schritte ist stets die Überlegung, dass man in einem schwierigen Marktumfeld einzeln besser zurechtkommt als gemeinsam im Großkonzern. Ein Überblick:

EON und RWE: Die beiden deutschen Energieriesen haben ein ähnliches Problem: Das einst lukrative Geschäft mit Atommeilern und Kohlekraftwerken ist inzwischen wegen zukünftiger Folgekosten beziehungsweise Klimaschutz-Auflagen zum Ballast geworden. Beide Konzerne wollen sich in zwei Gesellschaften für unter anderem erneuerbare und für konventionelle Energien aufspalten.

BILFINGER: Der kriselnde Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger erwägt eine komplette Aufspaltung, Gespräche mit Interessenten am Kauf der Bau- und Gebäudedienstleistungssparte laufen – etwa ein Drittel der Belegschaft würde wegfallen. Grund für die Pläne: schlechte Geschäfte, vergangenes Jahr musste der einst florierende Baukonzern einen Rekordverlust hinnehmen.

SIEMENS: Der Elektrokonzern Siemens brachte seine Licht-Tochter Osram 2013 an die Börse, die Siemens-Anteilseigner erhielten für 10 Siemens-Aktien ein Osram-Papier. Das durch die LED Leuchten im Umbruch befindliche Lichtgeschäft passte nicht mehr ins Siemens-Portfolio. Inzwischen steht eine weitere Abspaltung bevor, diesmal will Osram sein traditionelles Lampen und Leuchtröhrengeschäft loswerden.

HEWLETT PACKARD (HP): Der Traditionskonzern aus dem Silicon Valley ist in den vergangenen Jahren deutlich geschrumpft. Mit einer Aufspaltung will man wieder vorankommen: Seit November 2015 gibt es die HP Inc mit PCs und Druckern im Portfolio sowie Hewlett Packard Enterprise, wo das Geschäft mit Unternehmen sowie Software und Finanzdienstleistungen unterkam.

BAYER: Der Leverkusener Konzern legt seinen Fokus auf Pharma- und Agrargeschäfte. Die Kunststoff-Sparte Bayer MaterialScience wurde 2015 unter dem Namen Covestro an die Börse gebracht, an der neuen Firma hält Bayer noch gut zwei Drittel der Anteile. (dpa)

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