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Sonntag, November 27, 2022

Acer: «Hammerankündigungen» auf dem Kick-off

Nach einer Durststrecke von zwei Jahren hat Acer 2014 ein überraschendes Comeback erlebt und verdankt dies nicht zuletzt den B2B-Partnern, die in Essen und München zum Kick-off 2015 geladen wurden.

Der sogenannte Kick-off zum Jahresbeginn hat bei Acer Tradition. Nach rund 150 Consumer-Partnern im Januar sind zu den beiden Commercial Kick-offs in der zweiten Märzwoche jeweils etwa 180 Partner erschienen. Stefan Tiefenthal, seit 22 Monaten Chef der Commercial Business Unit bei Acer Deutschland, freut sich, dass beide B2B-Partnerveranstaltungen praktisch überbucht waren und so viele Partner den Kick-offs gefolgt waren wie niemals zuvor. Eine Besonderheit der B2B-Events waren jeweils vier interaktive Workshops, die regen Zulauf hatten. Denn «wir wollen erlebbare Produkte präsentieren», so Deutschlandchef Wilfried Thom. Der Acer-Chef erinnerte daran, dass Acer zu 100 Prozent dem indirekten Vertrieb treu bleibt und davon auch nicht abweichen wird. Die neuen Partner wird es freuen, die bestehenden auch. Als «Hammerankündigungen» bezeichnete ein Teilnehmer folgende drei Punkte: die Zahlungszielverlängerung um 30 Tage ab dem zweiten Quartal 2015, den «Easy Deal» genannten, leichteren Zugang zu Projektgeschäften für kleinere und mittelgroße Synergy-Partner sowie die Ausweitung des Reliability Promise (Vertrauensgarantie) von 50 auf 100 Prozent Rückerstattung auf den vollen Kaufpreis bei Geräteausfall im ersten Jahr nach Kaufdatum. Acers strategisches Ziel mit dem neuen Partnerprogramm 2.0 sei es, zum «Best in Class der Fachhändler» zu werden und die Zahl der Synergy-Partner von derzeit etwa 2.000 auf 3.000 zu erhöhen, kündigt Thom an. Zum Vergleich: Als Stefan Tiefenthal vor bald zwei Jahren bei Acer Deutschland antrat, waren es nur etwas mehr als 350 Vertragspartner.

Synergy-Partnern winken eine Reihe von weiteren Vorteilen. B2B-Chef Tiefenthal zufolge bekommen sie deutlich bessere Konditionen mit Preisnachlässen von bis zu 11 Prozent bei High-End-Produkten und 4 Prozent im Volumengeschäft. Außerdem erhalten sie bessere Konditionen bei Endkundenprojekten und einfacheren Zugang zu Marketing- und POS-Material. Monatlich winken Synergy-Sonderangebote, und jeder registrierte Fachhändler hat seinen persönlichen Ansprechpartner. Im Rahmen des Synergy-Programms wurden deutschlandweit bereits 45 Partner bei der Laden- und Schaufenstergestaltung unterstützt. Bis Ende 2015 rechnet er mit 150 bis 200 Ladengeschäften, die eine großzügige POS-Unterstützung erhalten. Tiefenthals Ziel für den von ihm verantworteten Commercial-Bereich ist es, den Anteil am Gesamtumsatz des Herstellers von derzeit 20 auf über 25 Prozent zu steigern. Stolz verweist er auf 31 Prozent Wachstum im Commercial-Segment. Smartphones mit Windows Phone und zwei SIM-Karten-Slots für den B2B-Einsatz sollen dazu künftig einen wichtigen Beitrag leisten. Wie er einräumt, rechne sich Windows Phone allerdings erst nach dem offiziellen Startschuss von Windows 10, weil es für das mobile Microsoft-Betriebssystem bisher noch zu wenige Anwendungen gebe.

Nach dem Motto «Der PC ist tot – es lebe der PC!» erinnert Deutschlandchef Thom daran, dass der weltweite PC-Markt 2011 bis 2013 um 33 Prozent eingebrochen ist, sich aber 2014 mit einem kleinen Minus von 2,2 Prozent weitgehend konsolidiert hat. Und das obwohl der russische Markt nahezu kollabiert sei, was den PC-Absatz in Osteuropa um 14 Prozent nach unten gerissen habe. In Westeuropa kam aber ein Plus von 16 Prozent heraus, in Deutschland sogar von 24 Prozent. Acer habe dabei sogar ein Wachstum von 36 Prozent hingelegt. «In Deutschland sind wir auf der Insel der Glückseligen», warf Tiefenthal später ein. Als Gründe dafür, dass die Einbrüche der Vorjahre nahezu kompensiert wurden, nannte Thom unter anderem das Ende des Investitionsstaus in den Unternehmen und die Marktsättigung bei Tablets. 2-in-1-Geräte, auf die Acer stark setze, hätten dagegen ihren Siegeszug mit einem Absatzplus von 160 Prozent angetreten. Im Commercial-Bereich sei Acer mit 6,1 Prozent vom Kuchen die Nummer 5, im Consumer-Channel laut GfK mit 22,7 Prozent Marktanteil die Nummer 1, insgesamt auf Platz 3 nach Lenovo und HP in Deutschland. Im Portable-Segment ist Acer in Deutschland die Nummer zwei nach Lenovo. Bei Projektoren ist Acer seit Jahren auf dem ersten Platz mit einem Marktanteil von 26 Prozent 2014, bei Monitoren auf Platz vier, wobei HP und LG ebenfalls auf 10 Prozent Marktanteil kamen.—pagebreak—

Künftig soll der Education-Bereich ein weiteres Schwerpunktthema werden. Hinzu kommen die «aBeing» genannte Acer Cloud und die auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellten Windows Phones. Wie Tiefenthal verriet, wird Acer bald auch mit dem Vertrieb von Large Format Displays beginnen. Eine für den Bildungsbereich interessante Lösung wurde zusammen mit Texas Instruments auf Basis des TI-Nspire Computer-Algebra-Systems (CAS) entwickelt. Dabei wird die TI-Algebra so aufs Tablet gebracht, dass in einer Mathe-Prüfung zwar Zugang zu den umfangreichen Rechnerfunktionen besteht, nicht aber zur Festplatte oder gar zum Internet, womit Schummeln ausgeschlossen werden soll. Diese Initiativen würde dafür sorgen, dass der Hersteller sein Image, zu «Consumer-lastig» zu sein, ablegen könne, sind die beiden Acer-Manager überzeugt.

 

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