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Sonntag, Juli 3, 2022

Surface Book: Vertrieb über vier Distis und 450 Händler startet

Ab Donnerstag wird das Surface Book von Microsoft in Deutschland ausgeliefert. Vier Distributoren und 450 Händler übernehmen den B2B-Vertrieb. Windows-Chef Oliver Gürtler gibt letzte Details bekannt.

Nach einigen Anfangsproblemen mit überhitzten Akkus erfolgt morgen der offizielle Deutschlandstart von Microsofts Surface Book. Dieses soll zwar auch bei zehn Retailern wie Media Markt und Saturn aufschlagen, der Vertrieb für Unternehmenskunden mit entsprechenden zusätzlichen Services soll aber exklusiv nur 450 Fachhandelspartnern vorbehalten sein. Das erste wirkliche Microsoft-Notebook lässt sich wie die kleineren Modelle der Surface-Pro-Reihe als Convertible-Rechner mit abnehmbarer Tastatur nutzen, ist aber nicht als Tablet, sondern von vornherein als Premium-Laptop positioniert. Vom Design und der edlen Verarbeitung her könne man es durchaus mit dem MacBook von Apple aufnehmen, zumal es auch doppelt so schnell sei, meint der deutsche Windows-Chef Oliver Gürtler, der das High-end-Notebook zusammen mit Adobe-Manager Ingo Eichel zum Launch präsentiert hat. Natürlich wurde das Surface Book mit Windows 10 gepaart, um das neue Betriebssystem etwas mehr zu pushen. Gürtler zufolge testen 76 Prozent der Enterprise-Kunden bereits Windows 10. Immerhin habe Microsoft damit schon die 200-Millionen-Marke passiert, so dass man zuversichtlich sei, das im April 2015 bekanntgegebene Ziel von einer Milliarde Installationen in zwei bis drei Jahren voraussichtlich früher zu erreichen. Einige Großkunden haben indes durchaus positive Erfahrungen mit dem Surface Pro und dem im Herbst 2015 lancierten Surface Pro 4 mit dem neuartigen Kippständer gemacht. Lufthansa zum Beispiel. Wie Gürtler einen Manager der deutschen Fluggesellschaft zitiert, erfülle dieses so viele Anforderungen wie sonst kein anderes Tablet. Das liegt natürlich auch daran, dass die meisten Anwendungen auch immer noch auf Windows laufen. Am Surface Pro 4 soll sich der große Erfolg des Surface Pro 3 mit knapp einer Milliarde Dollar Umsatz fortsetzen, so Gürtler.

Zurück zum Surface Book: Der Premium-Flair, den dieses 2-in-1-Gerät umwehen soll, hat auch seinen Preis. 1.649 Euro soll schon das Einstiegsmodell mit Intels neuesten Core-i5-Prozessor, 8 GB RAM, Intel HD Graphics und 128 GB SSD bringen. Schüler, Studenten, Lehrer und Mitarbeiter von Bildungseinrichtungen wird ein Rabatt von zehn Prozent gewährt, womit die einfachste Ausstattungsvariante aber immer noch rund 1.484 Euro kostet. Für doppelt so viel SSD-Speicherplatz und dedizierte Grafikunterstützung durch eine nicht näher bezeichnete Nvidia GeForce (GPU) muss man laut Liste schon 2.069 Euro hinblättern. 2.919 Euro soll das Modell mit Core Intel i7, 16 GB RAM und 512 GB SSD kosten. Die in den USA bereits erhältliche Variante mit 1 TB (einem Terabyte) wird in Deutschland erst gar nicht angeboten. Alle im Surface Book verbauten Intel-Prozessoren sind aus der neusten Generation der Skylake-Serie. Bei den Modellen mit dedizierter Grafik ist diese in der Docking-Tastatur verbaut, der Prozessor hingegen im Bildschirm, so dass die volle Leistung sich erst in der Vereinigung der beiden Komponenten zeigt. Im Normalfall soll der Nutzer aber keine Leistungseinbußen spüren. Stolz verweist Gürtler auf Hardware-bezogene Hero-Features wie Windows Hello, ein neues Einlog-Verfahren über 3D-Gesichtserkennung.

Mit dem Convertible- oder 2-in-1-Konzept liegt Microsoft Gürtler zufolge voll im Markttrend. Denn während die Verkaufszahlen bei Notebooks und Tablets mehr oder weniger stark eingebrochen sind, sei der Markt für 2-in-1-Geräte in 2015 um 70 Prozent gewachsen. Um dem Rechnung zu tragen und die Surface-Familie einschließlich Surface Pro, Surface Hub und  jetzt Surface Book weiter voranzutreiben, investiere Microsoft Deutschland mit aktuell sieben Mann auch in den Ausbau der Partnerbetreuung. Den vier Distributoren Also, Ingram Micro, Tech Data und Wortmann kommt  bei der Betreuung der 450 exklusiven Fachhandelspartner eine große Bedeutung zu. Die Exklusivität der Vertriebspartner soll auch gewährleisten, dass die Preise nicht kaputtgemacht werden. Wortmann startet diese Woche noch eine Surface-Roadshow, wobei auch Einsatzszenarien gezeigt werden sollen.

Gürtler hat bei seiner Präsentation ebenfalls einige Szenarien aufgezeigt: So soll sich das «ultimative Notebook» mit der hohen Akkulaufzeit von bis zu dreizehn Stunden (laut Chip) ideal für Vertriebsmitarbeiter und Consultants eignen. Den CEO, der sich damit exklusiv von der Masse abheben will, natürlich nicht zu vergessen. Adobe-Manager Eichel stand Pate für den Kreativ-Einsatz. Bei einem Event in Berlin hatte er das neue Surface Pro 4 auch schon mit dem Surface Hub im Gepäck gehabt, um zu demonstrieren, wie Grafiker oder Architekten kollaborativ zusammenarbeiten können, um aus einzelnen Zeichnungen auf dem Tablet am Surface Hub ein großes Ganzes entstehen zu lassen. Viele Adobe-Services wie die Creative Cloud, Adobe Stock, das Suchen nach Bildern, die Capture zur Bilderfassung sowie das Erfassen und Übertragen von Farbpaletten gehe mit dem Surface Book schnell von der Hand. Wie Gürtler sagt, eröffne die Surface-Produktfamilie den Partnern viele zusätzliche Einnahmequellen. Über Cloud- und Infrastrukturservices zum Beispiel oder über Apps mit höherer Profitabilität. Hinzu kämen neue Lizenzierungsoptionen. «Jeder, der Surface Pro verkauft, kann auch das Surface Book verkaufen», so Gürtler. Die Ausnahme sei das Surface Hub. Wie andere Lösungen für Digital Signage und Konferenzräume wird der Surface Hub meist über AV-Spezialisten vertrieben, weil diese auch das nötige Know-how für die entsprechende Netzwerktechnik und Verkabelung haben.     

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