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Montag, Juni 17, 2024

Bericht: Apple will Bain bei Toshiba-Chip-Offerte unterstützen

Apple wird womöglich zum Königsmacher beim Gerangel um die Übernahme der Chipsparte des angeschlagenen japanischen Elektronikunternehmens Toshiba.

Der US-Konzern Apple wird womöglich zum Königsmacher beim Gerangel um die Übernahme der Chipsparte des angeschlagenen japanischen Elektronikunternehmens Toshiba. So soll sich der iPphone-Hersteller in Gesprächen mit dem Finanzinvestor Bain Capital über eine Beteiligung an dessen Konsortium befinden, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen berichtet. Angeblich will Apple um die 3 Milliarden Dollar bereitstellen und dafür einen Anteil an der Toshiba-Chipsparte, hieß es. Diese Gespräche sollen Toshiba letztendlich überzeugt haben, mit Bain eine Absichtserklärung über den Verkauf abzuschließen. Eine endgültige Entscheidung für den Verkauf wird noch für diesen Monat erwartet. Ein Apple-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. Für den US-Konzern wäre es die größte Akquisition seit der Übernahme des Kopfhörerherstellers Beats Electronics. Pikant: Eigentlich hatte Apple eine Offerte seines Partners Foxconn unterstützt. Jedoch ist die japanische Regierung wegen der starken Bindungen zu China gegen eine Foxconn-Übernahme. Und auch zu Western Digital, einem weiteren Bieter, hat Apple Beziehungen: Der US-Konzern gehört zu den Zulieferern Apples.

Apple sei jedoch gegen das Western-Digital-Gebot und habe sich daher entschlossen, Bain zu unterstützen, hieß es aus den informierten Kreisen. Der Grund liege in der strategischen Bedeutung der Transaktion. Apple verwendet die Speicherchips von Toshiba in seinen iPhones und iPods und wolle sich nicht vom Konkurrenten Samsungs abhängig machen. Bereits vor drei Monaten war das Bain-Konsortium als bevorzugter Bieter ausgewählt worden. Der Verkaufsprozess wurde jedoch durch Klagen, Widerstände in der japanischen Regierung sowie durch die zögerliche Haltung Toshibas immer wieder verschoben. Der japanische Konzern muss den Verkauf bis März abschließen, um ein milliardenschweres Loch in der Bilanz zu stopfen und ein drohendes Delisting der Toshiba-Aktie von der Tokioter Börse abzuwenden.

In trockenen Tüchern ist der Verkauf jedoch immer noch nicht. Die jetzige Absichtserklärung sei nicht bindend und schließe die Verhandlungen mit anderen Bieterkonsortien nicht aus, hieß es am Mittwoch von Toshiba. Die ursprüngliche Transaktion hat einen Wert von umgerechnet rund 19 Milliarden US-Dollar. An dem Konsortium beteiligt sind außer Bain unter anderem noch die staatliche Innovation Network, die Development Bank of Japan und der südkoreanische Chiphersteller SK Hynix. Hynix hat dabei signalisiert, sein Engagement begrenzen zu wollen. Apple könnte auch in eine Lücke stoßen, sollten sich Innovation oder die Development Bank of Japan angesichts des Rechtsstreit Toshibas mit Western Digital zurückziehen. Denn um den Verkauf abzuschließen, muss sich Toshiba noch mit seinem Joint-Venture-Partner einigen. Dieser ist der Auffassung, Rechte in einer wie auch immer gearteten Transaktion zu haben und hat in den USA ein Schiedsverfahren angestrengt. Informierten Personen zufolge soll das Schiedsgericht bis Ende des Monats zusammengesetzt werden. Da eine Entscheidung dann üblicherweise nie länger als sechs bis sieben Monaten dauert, sollte Toshiba seinen Zeitplan einhalten können. (dpa)

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