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Dienstag, Juli 5, 2022

Media Markt verliert an Markenwert

Media Markt hat binnen Jahresfrist 14 Prozent an Markenwert verloren. Im Ranking der europäischen Einzelhandelsmarken liegt der Retailer auf Platz 22.

Media Markt muss Markenwertverluste in Höhe von 14 Prozent hinnehmen und kommt jetzt auf einen Wert von 1,1 Milliarden Dollar (umgerechnet 806 Millionen Euro). Auf der Liste der wertvollsten europäischen Einzelhandelsmarken rangiert das Unternehmen damit auf Platz 22, so die Markenberatung Interbrand in der Studie „Best Retail Brands 2014“. Trotz der Einbußen sei Media Markt aber immer noch wertvollste Elektronikmarke in Europa. Der Retailer baue seine Onlinepräsenz verstärkt aus, kämpfe jedoch weiter gegen den hohen Preisdruck, der durch reine Online-Händler entstehe, lautet die Begründung von Interbrand. Im europäischen Ranking finden sich insgesamt sieben Marken aus Deutschland, die fast alle Wachstum verzeichnen konnten. Lidl, Kaufland, dm und Rewe konnten sogar zweistellig zulegen. Vor allem im Bereich Lebensmittel ist Deutschland stark vertreten. Aldi, Lidl und Edeka waren bereits 2013 die drei wertvollsten Einzelhandelsmarken Deutschlands. Im europäischen Vergleich liegen die Marken leicht hinter der europäischen Konkurrenz wie Carrefour und Tesco.

Die Best Retail Brands zeige deutlich, dass die erfolgreichsten Retailer ihr bisheriges Geschäftsmodell gezielt ausweiten. Vor allem soll, mittels Innovationen im Onlinegeschäft, die Kluft zwischen In-Store- und Online-Erlebnis überbrückt werden. Von Mobile-Shopping bis zu virtuellen Umkleidekabinen, die wertvollsten Einzelhandelsmarken der Welt würden zunehmend ihre „Customer Journey“ digitalisieren und den Kampf gegen die rein digitalen Player aufnehmen. „Um der weiter wachsenden Beliebtheit von E-Commerce zu begegnen, erweist sich die Lebendigkeit der Einzelhandelsformate für viele Händler als Schlüssel zum Erfolg. Heutzutage, in einem sich schnell entwickelnden globalen Markt, müssen Einzelhandelsmarken agiler, flexibler und reaktionsschneller sein als je zuvor. Die Handelsmarken, die den kontinuierlichen Übergang zum digitalen Handel nicht einfach nur meistern, sondern sich zunutze machen und damit experimentieren, um außergewöhnliche Erlebnisse zu schaffen, werden zukünftig am erfolgreichsten sein“, so Justus Schneider, CEO Interbrand Central and Eastern Europe. Der Trend gehe beispielsweise dazu, „Markenshops“ einzusetzen, um die Marke zu zelebrieren. Auch gemischte Konzepte, wie Handel mit Café entstünden vermehrt. Der Trend gehe dabei zu neuartigen Erlebnissen, bei denen es tendenziell mehr um Begegnung und das Besondere geht und weniger um die reine Bedarfsdeckung, um so neue Kaufimpulse zu schaffen, so die Autoren der Studie.

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