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Mittwoch, September 28, 2022

Media Markt plant noch mehr Märkte

Media Markt/Saturn plant, jährlich zehn neue Märkte zu eröffnen. Die Geschäftsführer der Filialen hätte sich mit dem Online-Geschäft arrangiert, so MSH-Chef Wolfgang Kirsch. Das Online-Angebot werde ausgebaut.

Media Markt und Saturn wollen trotz des boomenden Onlinehandels noch mehr klassische Märkte eröffnen: „Es gibt überhaupt keine Überlegungen bei uns, Märkte zu schließen“, betont MSH-Geschäftsführer Wolfgang Kirsch, der als COO Media Markt und Saturn in Deutschland verantwortet, in einem Interview mit der Welt. Es gebe noch immer Städte, in denen man noch nicht mit einem Flächenmarkt vertreten sei. In den kommenden zwei oder drei Jahren dürften jährlich zehn neue Märkte hinzukommen, so Kirsch weiter. Man dürfe nicht vergessen, „dass immer noch 80 Prozent des Geschäftes stationär gemacht werden“. Media Markt war wegen seiner dezentralen Struktur und dem Mitspracherecht der Geschäftsführer der einzelnen Flächenmärkte erst spät ins Onlinegeschäft gestartet. Konsumenten können inzwischen auch Ware im Internet bestellen und in einer Filiale nach Wahl abholen. Derzeit würde der Retailer über 18.000 Artikel online anbieten, bis Jahresende sollen es laut Kirsch „weit mehr als 20.000“ sein. Mittelfristig soll der Konzern online „deutlich breiter aufgestellt sein als selbst in den größten Märkten.“ 

Der MSH-Chef kündigt einen weiteren Entwicklungsschritt für das Online-Angebot an: „Wir werden dem Kunden das Produkt aus unserem Markt- oder Lagerbestand heraus nach Hause liefern – und zwar innerhalb kürzester Zeit. Nicht nur der Kunde braucht im Schnitt höchstens 20 Minuten zu einem der Media Märkte- oder Saturn-Märkte, wir sind ja genauso schnell bei ihm.“

Die Geschäftsführer der einzelnen Märkte hätten sich mit dem Einstieg ins Online-Geschäft arrangiert: „Wir haben ein passendes Geschäftsmodell für unsere dezentrale Struktur gefunden. Es wäre auch nicht sinnvoll gewesen, mit einem Konzept zu starten, mit dem wir uns gegen alle unsere Marktgeschäftsführer gestellt hätten. Alle Geschäftsführer sehen das Konzept als große Bereicherung ihres Geschäfts und als Riesenchance, ihre Märkte zu positionieren“, versichert Kirsch. Die Geschäftsführer hätten den „klaren Auftrag“, sich als „absoluter Platzhirsch in der Region zu positionieren und zu behaupten.“ Das Multichannel-Modell sei erfolgreich: Mittlerweile seien es mehr als 40 Prozent der Käufe, die online bestellt und stationär abgeholt würden.

Interessant, dass der MSH-Chef einräumt, für die Online-Tochter Redcoon die bevorzugte Belieferung mit Produkten durchgesetzt zu haben: „Es ist doch legitim, dass man als Unternehmen, das drei Marken betreibt, von einem Lieferanten erwartet, dass er alle drei Marken adäquat bedient. Ich fühle mich dabei überhaupt nicht schlecht. Es gibt andere Händler, die ihre eigenen Online-Portale bedienen, obwohl sie es eigentlich gar nicht dürften“, ist Kirsch überzeugt.

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