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Mittwoch, Dezember 7, 2022
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Auslaufmodell MP3-Player

Vor 15 Jahren kam in den USA der erste MP3-Player auf den Markt. In diesem Jahr werden nur noch 1,3 Millionen Geräte verkauft. Andere Segmente legen zu.

Vor 15 Jahren kam in den USA der erste MP 3-Player auf den Markt. In Deutschland folgte die Markteinführung Anfang 1999. Anfänglich reichten die internen Speicherkapazitäten dieser Geräte mit 32 MByte für rund 30 Minuten Musik oder rund zehn Stücke, ein Bruchteil der heutigen Möglichkeiten. Im Jahr 2003 begann der Boom der MP 3-Player in Deutschland mit 870.000 verkauften Geräten. Die Verkaufserfolge gipfelten 2005 mit mehr als acht Millionen Stück. Für dieses Jahr rechnen die Marktforscher nur noch mit rund 1,3 Millionen verkauften MP3-Playern.

Der Grund für den Rückgang: Das Abspielen von MP 3-Dateien ist inzwischen mit einer Vielzahl von Geräten möglich. Egal, ob Mobiltelefone, Smartphones, Tablet-PCs, Notebooks, Autoradios oder portable Navigationsgeräte, ein MP 3-Player ist integriert. Neben der Marktsättigung ist dieser vielfältige Einsatz der Technologie in unterschiedlichsten Geräten ein Grund für den Absatzrückgang. Dennoch sorgt die Verbreitung der MP3-Wiedergabe in vielen Produktbereichen für die erfolgreiche Entwicklung anderer Marktsegmente: So stieg der Absatz von Kopfhörern in den letzten Jahren kontinuierlich auf mehr als 11,3 Millionen Stück (+ 2 %, Prognose für 2013) und einen Umsatz von über 300 Millionen Euro (+ 7 %, Prognose für 2013). Dockingstations, Geräte zur Audio-Wiedergabe mit Anschluss für MP 3-Player oder Smartphones, werden in diesem Jahr erstmals die Millionenmarke übertreffen (+ 30 %) und rund 120 Millionen Euro (+ 27 %) Umsatz generieren, so die gfu.

Dem Markterfolg ging entsprechend eine umfangreiche technologische und Grundlagenentwicklung voraus. Der Standard MPEG Audio Layer 3, kurz MP 3, für Datenreduktion von digitalen Audiodaten wurde maßgeblich vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen entwickelt. 1994 stellten Wissenschaftler des Instituts einen ersten Prototypen eines MP 3-Players vor. Dies war der erste Musikspieler weltweit ohne bewegliche Teile. MP3 reduziert die Datenmenge einer Audiodatei, also von digitalen Musikstücken. Das Verfahren erkennt die für den Menschen hörbaren Signale und speichert diese bevorzugt. Dadurch wird die Datei ohne hörbare Qualitätseinbußen deutlich kleiner und umfasst nur noch rund ein Zehntel der ursprünglichen Größe. Dies ermöglicht einerseits die äußerst kompakte Speicherung von Audiodaten. Andererseits wurde mit MP 3 die Basis für die Übertragung der Daten im Internet oder über digitalen Rundfunk gelegt. Für die Speicherung und das Abspielen von MP 3-Dateien sind keinerlei bewegliche Teile erforderlich. Das Verfahren bietet sich ideal für die mobile Nutzung in unterschiedlichen Geräten an. Das Kompressionsverfahren MP 3 hat nicht nur eine neue Medienkultur begründet, es hat auch neue Märkte geschaffen. Ihre höchste Auszeichnung in Form des Deutschen Zukunftspreises erhielten die Entwickler des MP 3-Formats im Oktober 2000 vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau.

 

 

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