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Freitag, August 19, 2022

Das sind die Distributionstrends für 2014

Björn Siewert, Geschäftsführer von Siewert & Kau
Die Karten unter den deutschen IT-Großhändlern werden im Moment neu gemischt. Der Bergheimer IT-Grossist Siewert & Kau prognostiziert, auf welche Trends sich die Branche im neuen Jahr einstellen muss: 

1. Produkte und Preise online recherchieren: Das Wälzen von Katalogen und Zeitschriften war lange Zeit ein Muss, um sich über Trends, neue Produkte und Preise zu informieren. Heute bietet das Internet größte Transparenz bei Produktneuheiten und -design sowie Preisgestaltung. Händler sollten sich dieser Möglichkeit nicht nur bewusst sein, sondern sie auch kontinuierlich und proaktiv nutzen, um die Produkte von morgen frühzeitig zu identifizieren. Nur so können sie ihr Portfolio stets auf dem neusten Stand halten und ihren Kunden viel gefragte Produkte zuerst anbieten.

2. Anbindung zum Kunden verbessern: Während Händler vom Trend „Mobile Kommunikation“ profitieren, spielen mobile Absatzwege für die Distribution kaum eine Rolle, da Spontankäufe in Großhandelsmengen unüblich sind. Stattdessen sollten Distributoren die technische Infrastruktur für die elektronische Anbindung, EDI, zum Kunden schaffen. So lassen sich Bestellungen und Aufträge ohne Umwege unternehmensübergreifend durchführen. Händler und Distributoren können ihre Anfragen direkt vom einen ins andere System leiten, ohne einen Telefonhörer in die Hand nehmen oder eine E-Mail schreiben zu müssen. Das spart Zeit und Ressourcen. Bestellungen landen direkt im Warenwirtschaftssystem und können von den zuständigen Mitarbeiten ohne Verzögerung bearbeitet werden – der effizienteste Weg der Bestellabwicklung.

3. Händlern spezielle Bundles anbieten: Bei der aktuellen Produktvielfalt im IT-Sektor fällt es Herstellern zunehmend schwer, ihre Produkte von denen der Konkurrenz abzugrenzen. Um Komponenten mit Alleinstellungsmerkmalen auszustatten, bieten Hersteller Großhändlern daher im Rahmen von Projekten vereinzelt spezielle Varianten ihrer Produkte an. Eine Grafikkarte erhält beispielsweise einen leistungsfähigeren Lüfter oder eine höhere Taktfrequenz und wird als Special Edition vermarktet. Händler, die nicht die Möglichkeit haben, individualisierte Hardware zu beziehen und zu vertreiben, können die Attraktivität ihres Angebots aber auch mit Bundles erhöhen. Eine Fünf-plus-Eins-Aktion beispielsweise, bei der Käufer bei der Bestellung von fünf Artikeln einen weiteren gratis erhalten, wirkt vertriebsstimulierend und suggeriert dem Käufer einen guten Deal.

4. Touchtechnologie setzt Siegeszug fort: Das Ende des Supports für Windows XP im April 2014 zwingt Privatpersonen und Unternehmen, ihre Hardware zu erneuern. Als eine Folge wird auch der Absatz von Touch-Peripherie zunehmen, denn die aktuelle Version des Microsoft-Betriebssystems, Windows 8, ist für die Bedienung via Berührung optimiert. Hierzu zählen Monitore, Notebooks sowie Tablet- und ganze Desktop-PCs. Schlaue Händler nehmen entsprechende Hardware schon jetzt in ihr Portfolio auf und punkten so bei ihren Kunden.

5. Dauerthema RFID und NFC: Auch wenn die Kommunikationsstandards Radio Frequency Identification (RFID) und Near Field Communication (NFC) schon seit Jahren als der Effizienzmotor für Lager- und Warenverwaltung gelten, haben sich die Scan-Technologien bislang noch nicht endgültig durchgesetzt. Zwar setzen einige bereits intern auf die Scan-Methoden, um Lagerprozesse effizienter zu gestalten. Eine flächendeckende Nutzung ist aber auch 2014 nicht zu erwarten. Hierfür müssten mehr Großhändler wie die Metro ihre Handelspartner zur Nutzung von RFID-Tags und -Scannern verpflichten. 

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