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Sonntag, Mai 22, 2022

„Wir werden nicht als Service Provider auftreten“

Cloud Computing, Big Data, HANA: NetApp ist bei allen wichtigen IT-Themen dabei. ChannelObserver sprach mit Dieter Schmitt, Channel-Chef von NetApp, über die Rolle der Partner und der Distribution.

Channel-Chef Schmitt während der Partnerkonferenz in Bonn
ChannelObserver: Das große Thema auf ihren Partnerveranstaltung war, natürlich, Cloud-Computing. Auf welche Cloud-Lösungen sollen sich NetApp-Partner fokussieren? Mit Partnern haben Sie kürzlich an Data Protection as a Service gearbeitet.

Schmitt: Generell gibt es keine Cloud-Lösung, die nicht Storage nach sich zieht. Wir sagen unseren Partnern, dass sie sich mit Cloud-Lösungen beschäftigen müssen. Welche Services es dann sind, hängt auch vom Kunden und der Expertise des Partners ab. Um SAP-Outsourcing kümmern sich beispielsweise spezialisierte NetApp-Partner wie Freudenberg IT. Backup- und Disaster-Recovery-as-a-Service sind einfacher zu implementieren und für viele Systemhäuser geeignet. Fast 50 Prozent unserer Händler haben in einer Umfrage angegeben, an Cloud-Services zu arbeiten.

ChannelObserver: Trotzdem war Cloud Computing lange nicht gerade das Lieblingsthema des Channels. Besonders die Distribution tat sich lange schwer damit. Hat sich das mittlerweile geändert?

Schmitt: Die Distribution beschäftigt sich langsam intensiver mit Cloud Computing, muss aber noch viel in dieses Thema investieren. VADs wie beispielsweise Arrow sind aber schon sehr weit. Die Distribution kann Cloud Computing beispielsweise als Brokerage-Service betreiben. Es ist ja letztendlich gleichgültig, ob es sich bei dem Produkt um eine klassische Ware oder eine Dienstleistung handelt. Es entfallen allerdings einige für einen Distributor charakteristische Leistungen: Beispielsweise Lagerhaltung und Logistik. Insofern wird die Rolle des Großhandels vielleicht künftig nicht mehr so bedeutend sein, wie sie heute ist.

ChannelObserver: Sie überlegen derzeit, die beiden Partnerprogramme für Service Provider und Systemhäuser zusammenzulegen. Welche Vorteile hätte das für die Partner?

Schmitt: Es ist noch nicht endgültig entschieden, ob wir die beiden Programme zusammenlegen. Viele unserer Partner nehmen sowohl am Reseller- als auch am Service-Provider-Programm teil, beispielsweise Computacenter. Für diese Unternehmen wäre deswegen ein einheitliches Programm natürlich besser.

ChannelObserver: Bislang hat NetApp keine eigenen Cloud-Services im Angebot. Ändert sich das mit der so genannten „Enterprise Dropbox“, die demnächst an den Start geht?

Schmitt: Nein, wir werden nicht als Service-Provider auftreten. Wir bleiben nach wie vor ein Anbieter von Infrastruktur-Lösungen. Im anderen Fall würden wir in Wettbewerb zu unseren Partnern treten. Das führt zu vielen Konflikten. 

ChannelObserver: Big Data wird von vielen IT-Firmen zum Trendthema des nächsten Jahres erklärt. Sie kündigten auf der Veranstaltung in Bonn an, dafür noch Systemhäuser zu suchen. Wiev viele Partner benötigen Sie noch für diesen Bereich?

Schmitt: Wir gehen von einer zweistelligen Zahl aus. Unsere klassischen Partner kommen aus dem Infrastruktur-Umfeld, ergänzen ihr Portfolio aber häufig bereits um diesen Bereich.

ChannelObserver: Derzeit ist HANA, die Datenbank-Lösung von SAP in aller Munde. Nicht nur SAP verspricht sich damit glänzende Geschäfte, auch die Hersteller-Partner des Konzerns, die die Hardware bereitstellen.

Schmitt: Ja. Früher oder später wird sich jeder SAP-Anwender mit HANA beschäftigen müssen. Das wird die grundlegende Architektur von SAP werden. Deshalb muss man sich jetzt damit auseinandersetzen, um künftig bei den Ablösungen dabei zu sein. HANA ist modular und skalierbar aufgebaut und passt damit hervorragend zu NetApp und seinen Partnern.

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