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Sonntag, August 7, 2022

Toner-Fälscher vor Gericht

Ein spektakulärer Fall von Tinten- und Tonerfälschungen: Drei Männer verkauften über ihre Firmen gefälschte Drucker-Verbrauchsmaterialien im großen Stil. Jetzt wurde das Urteil gefällt.

Toner-Fälscher vor Gericht
Die drei Angeklagten fungierten ab 2006 über ihre Obertshausener Firmen „ecc printer Supplies“, „Cartridge Supplies“ und „Ink & Toner UG“ als Zwischenhändler für Markenprodukte und stellten auch selbst Druckerzubehör her. Als die Geschäfte drei Jahre später schlechter liefen, erhielten sie nach eigenen Angaben auf der Fachmesse Paperworld von chinesischen Mittelsmännern das Angebot, gefälschte Kartons samt dazugehöriger Sicherheitsmerkmale von Marken wie Brother, Lexmark oder Kyocera zu erwerben, berichtet op-online.de. In Oberthausen wurden die Tonerkartuschen befüllt, verpackt und mit einem entsprechenden Hologramm versehen, um sie als angebliche Originalware zum Schnäppchenpreis an Zwischenhändler oder Endkunden zu veräußern. Der Betrug flog auf, als sich Kunden beschwerten und Hersteller Brother, der im Prozess als Nebenkläger auftrat, die Staatsanwalschaft einschaltete. Das Ausmaß der Produktfälschungen war enorm: Der noch feststellbare Schaden bei den Abnehmern der Plagiate belief sich auf rund 28.000 Euro. Die in den Firmenräumen im Juli 2012 sichergestellten und zur Fälschung bereitliegenden Kartuschen, Hologramme und Kartons hätten im Falle ihre Verkaufs rund 400.000 Euro erbracht.

Vor dem Amtsgericht Offenbach wurde jetzt nach den Geständnissen der Angeklagten die Urteile gesprochen: Das Schöffengericht verurteilte die drei Männer wegen gemeinschaftlichen Betrugs und Verstoßes gegen das Markengesetz zu mehrjährigen Haftstrafen auf Bewährung und mehreren hundert Stunden gemeinnütziger Arbeit. 

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