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Donnerstag, Juni 30, 2022

Schwerer Betrugsfall bei Microsoft Schweiz

Microsoft erstattet Anzeige gegen einen Ex-Mitarbeiter: Er soll gemeinsam mit einem Microsoft-Partner beim Handel mit Lizenzen für Schulen betrogen haben. Es sei der schwerste Betrugsfall bei Microsoft Schweiz.

Schwerer Betrugsfall bei Microsoft Schweiz
Die Schweizer Niederlassung von Microsoft hat mit einem schweren Betrugsfall zu kämpfen. Ein ehemaliger Mitarbeiter aus der Education-Abteilung, der jetzt in Untersuchungshaft sitzt, soll gemeinsam mit dem ehemaligen Microsoft-Partner DirAction den grössten Betrug in der Geschichte von Microsoft Schweiz begangen haben, wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet.  Auf der Webseite der Firma DirAction, die das Geschäft mit Softwarelizenzen für Schulen in der Schweiz jahrelang beherrscht hat, steht: „Wir bedauern sehr, Ihnen mitteilen zu müssen, dass die Firma DirAction AG sämtliche Geschäftsaktivität per 31.04.2013 einstellt und auch in Zukunft keine Produkte anbieten wird.“ Der Händler stieg aus dem Geschäft aus, weil Microsoft der Firma den Status eines LARs (Large Account Resellers) entzogen hat. 

Microsoft-Schweiz-Chefin Petra Jenner hatte die Direktion von Educa.ch, die Schweizerische Fachstelle für Informationstechnologien im Bildungswesen, die Bildungsinstitutionen bei der Beschaffung von Software unterstütz, über Unregelmässigkeiten in den Geschäftsbeziehungen zwischen Microsoft und der Firma DirAction informiert. Educa schickte den betroffenen Kunden daraufhin eine Nachricht, dass es Schulen und Bildungsinstitutionen nicht mehr möglich sei, Miet- und Kauflizenzen für Software von Microsoft zu den Konditionen zu beziehen, die vor dem 1. November 2012 (für Mietlizenzen) beziehungsweise vor dem 1. Februar 2013 (für Kauflizenzen) bestanden. Aus diesem Grund könne Microsoft-Software nur noch über alternative Bezugskanäle bestellt werden.

Doch worin bestanden die Betrügereien konkret? Laut NZZ konzentrieren sich die Ermittlungen darauf, dass der ehemalige Microsoft-Mitarbeiter an DirAction beteiligt gewesen sein soll und sich mittels verdeckter Provisionen bereichert hat. Ausserdem soll das Programm „Partners in Learning“ missbraucht worden sein. Laut inside-channels ist es außerdem vorstellbar, dass man aus mehreren Bestellungen verschiedener Schulen eine einzige, sehr grosse Bestellung gebastelt und den so entstehenden Mengenrabatt eingesackt hat. Zudem habe der Beschuldigte dafür gesorgt, dass Schweizer Bildungsorganisationen die Lizenzverträge ausschliesslich bei DirAction besorgen konnten. Wie und ob der Beschuldigte und DirAction tatsächlich betrogen haben, würde der Strafprozesss zeigen.

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