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Freitag, August 12, 2022

Personalabteilungen haben ein Image-Problem

Das Image der Personalbereiche ist in vielen Firmen schlecht. Führungskräfte schätzen den Wertbeitrag des HR-Bereichs nur als gering bis mäßig ein, so eine aktuelle Studie.

Personalabteilungen haben ein Image-Problem
Das Image der Personalbereiche ist in vielen Unternehmen eher schlecht – und das, obwohl der Faktor Mensch als Erfolgsgarant für nachhaltigen unternehmerischen Erfolg immer wichtiger wird: Sowohl Führungskräfte als auch die Mitarbeiter der Personalabteilungen selbst schätzen den Wertbeitrag des HR-Bereichs als gering bis mäßig ein. Für mehr als die Hälfte der Unternehmen ist die Bedeutung der HR-Funktion deutlich geringer als etwa die des Bereichs Unternehmensstrategie und -entwicklung. Sogar 45 Prozent der Führungskräfte und Mitarbeiter aus den HR-Abteilungen stellen sich selbst ein solches schlechtes Zeugnis aus. Hingegen sind nur 18 Prozent aller befragten Professionals davon überzeugt, dass das Image von HR so gut ist wie das anderer Unternehmensbereiche. Das ergab die aktuelle Kienbaum-Studie. Dazu hat die Managementberatung in Kooperation mit dem Personalmagazin 180 Manager und Mitarbeiter aus rund 120 deutschen Unternehmen sowie 425 Studierende befragt. „Es ist paradox, dass die HR-Funktion auch innerhalb der Unternehmen einen so schlechten Ruf hat. Denn die Relevanz der HR-Handlungsfelder, wie beispielsweise Arbeitgeberattraktivität oder Talentmanagement, wird sogar höher eingestuft als die anderer strategischer Themen. Doch das schlechte Abschneiden von HR hat Ursachen, an denen die Personalbereiche ansetzen können: Zum einen ist es für HR schwierig, Kennzahlen zu liefern, die die Leistungsfähigkeit und den Wertbeitrag nachweisen. Zum anderen sind Personaler meist keine guten Verkäufer. Deshalb kommunizieren sie Erfolge häufig gar nicht an ihre internen Kunden“, so Thomas Faltin von Kienbaum.

Die befragten Manager legen bei ihrer Karriereplanung vor allem Wert auf herausfordernde Tätigkeiten, Führungsverantwortung und individuellen Gestaltungsspielraum. Doch 56 Prozent der Studienteilnehmer sind der Meinung, dass sie mit einer Tätigkeit im HR-Bereich keinen weiteren Karriereschritt vorbereiten können. Mehr als die Hälfte der Manager befürchtet sogar, dass ein Job im Personalbereich karriereschädigend wirkt. Bei den Studierenden ist das Image eines Jobs im HR-Bereich unterschiedlich. Für die weiblichen Befragten ist der Personalbereich interessanter als für ihre männlichen Kommilitonen: Während für 60 Prozent der Frauen ein Berufseinstieg im HR-Bereich in Frage kommt, können sich nur 38 Prozent der Männer vorstellen, mit einer Tätigkeit in der Personalabteilung ins Berufsleben zu starten.

Mit den für die Rolle als strategischer Partner notwendigen Kompetenzen kann der Personalbereich auch die Attraktivität von Karrieren in HR erhöhen: 41 Prozent der befragten Manager sind der Meinung, dass der HR-Bereich sein Image dadurch verbessern kann, wenn sich Personaler stärker in die Entwicklung der Unternehmensstrategie einbringen und die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen fördern. Gut ein Drittel der Befragten ist der Ansicht, dass der Wertbeitrag des HR-Bereichs deutlich steigt, wenn sich die Personalabteilung künftig frühzeitig in Veränderungsprozessen engagiert.

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