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Sonntag, August 14, 2022

comTeam: Systemhäuser sollten im Fünf-Minutentakt abrechnen

MPS, Cloud für den Mittelstand und das PC-Geschäft stehen bei der Systemhausgruppe comTeam im Fokus. Geschäftsführer Sven Glatter schlägt ein neues Abrechnungsmodell für Systemhäuser vor.

„Unsere Händler bewegen sich flink und flexibel. Das ist der Vorteil, kleinerer und mittlerer Systemhäuser.“ Sven Glatter, Geschäftsführer des Systemhaus-Verbundes comTeam, eine Kooperation der Electronic Partner Gruppe, vergleicht die Mitgliedsunternehmen gern mit wendigen Sportbooten. „Während große Systemhäuser einem Containerschiff ähnlich lange Wege benötigen, um den Kurs zu ändern, reagieren unsere Mitgliedsfirmen deutlich schneller“. Deshalb sehe er für die etwa 800 Mitglieder durchaus große Chancen, um am „riesigen Wachstumsmarkt für Systemhäuser“ teilhaben zu können. Denn, so Glatter im Gespräch mit ChannelObserver, „die Unternehmen lagern immer mehr Leistungen aus, darauf müssen und haben unsere Mitgliedsfirmen Antworten“. Zu dieser Flexibilität und schneller Reaktion trage nicht zuletzt auch die Zentrale bei. „Wir sind Taktgeber, unterstützen die Mitglieder bei neuen Themen, geben Antworten auf Fragen, wie beispielsweise Qualifizierung und Zertifizierung von Technikern, die Suche nach Fachkräften oder auch Margen-Generierung.“ Speziell die Frage nach der Vergütung, sei ein Dauerthema bei den Systemhausbetreibern. Dabei, so Glatter, gebe es interessante Lösungsansätze. „Viele Unternehmen rechnen im Stundentakt ab“. Das aber entspreche nicht der Realität, betont der comTeam-Chef. Denn häufig würden Techniker telefonisch Kunden beraten. „Mal zehn, mal zwanzig Minuten. Da kommen, je nachdem wie viele Techniker im Unternehmen tätig sind, in einem Monat viele Stunden zusammen, die nicht berechnet werden“. Deshalb plädiere er für einen Fünf-Minutentakt.

Ein wesentliches Element der Systemhausgruppe, so Glatter, sei die lösungsbezogene Partnerschaft, bei der interessante Themen direkt in das Netzwerk eingepflegt werden. Ein solches Thema sei beispielsweise Managed Print Services (MPS). Zwar stehe man bei comTeam damit noch am Anfang, aber die teilnehmenden Mitgliedsfirmen könnten bereits einige Erfolge vorweisen. In der Hauptsache, so Glatter, arbeite dabei die Gruppe mit Oki, Epson und Brother zusammen. Eine weitere Herausforderung für die Mitgliedsfirmen seien Themen wie Prozessoptimierung und Cloud für den Mittelstand. Gute Zuwachsmöglichkeiten erwartet Glatter für die Mitglieder vom PC-Geschäft. Entgegen allen Unkenrufen sei dies „bei gewerblichen Kunden ein anziehendes Geschäft“. Hier arbeitet die Gruppe vor allem mit Tarox, Wortmann und Bluechip zusammen. „Es bereitet uns Freude, dass es in Deutschland diese drei Hersteller gibt.“

Grundsätzlich ist Glatter davon überzeugt, „dass die mittelständischen Systemhäuser auch in Zukunft gute Chancen im Markt haben werden“. Denn der Markt, speziell die kleinen und mittleren Unternehmen, benötigten solche Dienstleister, die individuell und mit hoher Kompetenz arbeiten würden. Aus diesem Grund veranstalte der Systemhausverbund seit diesem Jahr regelmäßig Foren, bei denen die Systemhäuser die informativen Vorträge und Workshops selbst gestalten. „Eine solche Plattform hat den Vorteil, dass sich die Teilnehmer mit den Themen befassen, die für ihre tägliche Praxis wirklich wichtig sind. Entsprechend gut fiel auch die Resonanz aus“. Die nächsten Foren finden am 27. Mai in der Region Düsseldorf und am 28. Mai in der Region Rhein/Main statt.

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