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Samstag, Dezember 10, 2022
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b.com meldet Insolvenz an

Distributor b.com meldet Insolvenz an. Möglichst viele Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Gespräche mit potentiellen Investoren hätten begonnen.

b.com-Chef Thorsten Belverato muss Insolvenz anmelden.
Paukenschlag in der deutschen Distribution: Der von der Geschäftsführung als Sanierungsberater beauftragte Rechtsanwalt Dr. Dirk Andres von der Kanzlei AndresSchneider wird morgen beim zuständigen Amtsgericht in Köln Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für die b.com Computer stellen. „Nach eingehender Überprüfung der wirtschaftlichen Gesamtsituation sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir dem Unternehmen auf dem Wege einer übertragenden Sanierung eine Zukunftsperspektive ermöglichen können“, sagt Sanierungsexperte Andres.

Das Amtsgericht Köln wird nun einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellen. Ziel der Geschäftsführung sei es, gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter, den in Zusammenarbeit mit der TMS Unternehmensberatung AG erarbeiteten Sanierungs- und Restrukturierungsplan an die neue Situation anzupassen und umzusetzen. „Wir sehen die Chance, dass wir in der Insolvenz die Unternehmensgruppe sanieren und für die Zukunft neu aufstellen können“, betont Torsten Belverato, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Dabei wolle man möglichst viele der rund 120 Arbeitsplätze sichern. Positiv werte er den Umstand, dass man in Gesprächen mit potentiellen Investoren stehe. Bereits ein Unternehmen habe ein konkretes Interesse an einer Übernahme signalisiert. Die Belegschaft wurde bereits über das Vorgehen informiert.

b.com sieht sich als „Broadliner für den Mittelstand“ und als Nummer vier unter den deutschen Distributoren. Im Geschäftsjahr 2011/2012 gingen die Umsätze um rund 15 Prozent auf 260 Millionen Euro zurück. Die Unternehmensführung um Thorsten Belverato begründete den Rückgang mit einem freiwilligen Verzicht. Man habe bewusst Umsatz mit Hewlett-Packard im Drucker-Bereich liegen gelassen, weil die Geschäfte nicht profitabel waren. Genauso hätte man es bei der Vereinbarung mit dem Discounter REWE gehalten. Medienberichten zufolge hat der Kreditversicherer Euler Hermes, seit dem vergangenen Jahr Versicherungspartner des Grossisten, die Kreditlinien gestrichen. Daraufhin hätten einige Lieferanten die Belieferungen an b.com gestoppt.

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