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VMware setzt auf die Hybrid-Cloud und das Partnergeschäft

Virtualisierungsspezialist VMware stellte auf der „VMworld 2014“ neue Produkte vor und gab Details über sein neues Rechenzentrum bekannt. Neuigkeiten gab es auch für die Partner.

Vom 13. bis zum 16. Oktober hatte der Cloud- und Virtualisierungsspezialist VMware Industrie- und Channel-Partner zur VMworld 2014 nach Barcelona eingeladen. Nahezu 9.000 Besucher waren dem Ruf gefolgt. EMEA-Chef Maurizio Carli betonte, dass VMware mit einer Reihe innovativer Lösungen angetreten sei, Zukunft zu schreiben. Charismatisch betrat danach VMware-CEO Pat Gelsinger die Bühne: „Gehen Sie mutig voran, aber vermeiden Sie die Risiken. Wir befähigen Sie, mutig zu sein.“ Viele Unternehmen seien heute in „Silos“ gefangen zwischen traditionellen und Cloud-basierten Apps, zwischen On-Premises und Off-Premises. Eine der wichtigsten Botschaften Gelsingers in seiner Keynote lautete, dass die Zukunft in der Hybrid-Cloud mit VMwares Software Defined Data Center (SDDC) als Basis liege. Dabei sei, angefangen vom Enduser-Computing über das Management bis hin zum Netzwerk und Storage, alles softwaregesteuert. Der Anteil der Public Coud bei den virtuellen Maschinen habe sich seit 2009 von zwei auf sechs Prozent erhöht, referierte dann Bill Father, der als Senior Vice President und General Manager das Hybrid-Cloud-Business leitet.

Zudem wurde die neue „VMware vRealize Suite 6“ als Cloud-Management-Plattform für die hybride Cloud angekündigt. Hinzu kommen vRealize Operations 6 als Update der ehemaligen vCenter Operations Management Suite und das neue vRealize Code Stream, das die Entwicklung und Bereitstellung von Anwendungen wesentlich beschleunigen soll. Überarbeitet wurde auch die VMware Horizon FLEX als lokaler virtueller Desktop für PC- und Mac-Systeme mit „Enterprise Security“, wie der globale End-User-Computing-Chef Sanjay Poonen betont. Denn eine der Stärken sei die Interoperabilität mit der Mobile-Device-Management- oder MDM-Plattform AirWatch, die VMware im Februar 2014 für rund 1,18 Milliarden Dollar übernommen hat. Am Dienstag wurde verkündet, dass HP mit VMware über AirWatch einen Integrationspakt abgeschlossen hat. Dieser folgt der neuen HP-Partnerschaft über EVO:RAIL. Es handelt sich dabei um hyperkonvergente Infrastruktur-Appliance, die Computing-, Netzwerk- und Storage-Ressourcen von VMware zusammenfassen. Zu den EVO:RAIL-Partnern gehören neben HP auch Dell, EMC, Fujitsu, Hitachi Data Systems, Inspur, NetOne Systems und SuperMicro. Diese bringen natürlich selbst schon einen hohen Kompetenzgrad mit, ebenso wie die in Barcelona ausgezeichneten Systemhausriesen Bechtle und Computacenter.

Kompetenz kann sich laut Jürgen Kühlewein aber auch für die vielen kleinen der rund 37.000 Partner in EMEA auszahlen, winken doch Preisnachlässe oder Rebates von bis zu 27 Prozent zusätzlich zu den versprochenen hohen Margen. Als Senior Director EMEA Channel & General Business für das Distributions- und Solution-Partner-Netz verantwortlich, verwies Kühlewein darauf, dass in der Region über 95 Prozent der VMware-Geschäfte über kleine und größere Partner abgewickelt werden. Vom Gesamtmarkt, der 2017 auf über 60 Milliarden Dollar beziffert wird, sollen dann zehn Milliarden Dollar auf End-User Computing, 17 Milliarden Dollar auf die Hybrid Cloud und 33 Milliarden Dollar auf Software Defined Data Center entfallen, rechnet Kühlewein vor. Das VMware Service Provider Program sieht die vier Partnerstufen Enrolled (vormals Registered), Professional, Enterprise und Premier vor. Die beiden letzteren setzen Cloud-Provider-Kompetenz und den Erwerb eines vCloud Powered Badge voraus.

In Frankfurt am Main soll schließlich im ersten Quartal 2015 ein deutsches Rechenzentrum entstehen, um die rein über Partner vertriebene vCloud Air in Zentraleuropa voranzutreiben. Die hybride Cloud-Plattform wird im Rahmen des in Großbritannien aufgezogenen vCloud Air Network bereits von etwa 300 Partnern bei Kunden in Deutschland implementiert. Am 17. November 2014 soll auch ein Alpha- oder Early-Access-Programm für die VMware vCloud Air Virtual Private Cloud On-Demand mit Abrechnung über die Kreditkarte in Nordamerika und Europa starten. Mit dem Frankfurter Rechenzentrum will VMware auch den deutschen und EU-Regularien bezüglich des Datenschutzes und der Datenhoheit entgegenkommen. Ziel sei eine bessere Kundenakzeptanz und Vertiefung der bestehenden Partnerschaften bezüglich vCloud Air und weniger, die Zahl der vCloud-Air-Partner zu erhöhen, sagte der für Zentraleuropa zuständige Channel-Chef Mato Petrusic. „Mit Einführung von vCloud Air können Solution Provider selbst als Service Provider auftreten“, so der Manager. Eine bei Ilkin Borg in Auftrag gegebene Umfrage bei 225 IT-Leitern in Deutschland hat ergeben, dass 93 Prozent den Standort ihrer durch Cloud-Dienste gehosteten Daten für entscheidend halten, erklärte Simone Frömming, die sich als „frischgebackene“ neue Deutschlandchefin präsentierte. Dem Einwand von ChannelObserver, dass gemäß des US Patriot Act  amerikanische Behörden auch Zugriff auf in Europa gehostete Daten haben könnten, sofern das betreffende Unternehmen in den USA geschäftlich tätig ist, gab sie im Prinzip Recht. Sie korrigierte lediglich, dass die US-Behörden die Informationen anfordern können, aber nicht automatisch Zugriff haben. In jedem Fall würden deutsche Unternehmen ihre Daten in Deutschland oder in der EU besser aufgehoben sehen als in Übersee und einem europäischen Rechenzentrum mehr Vertrauen schenken.

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