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Sonntag, August 7, 2022

Microsoft stellt Office 365 aus Treuhänder-Cloud bereit

Microsoft-Kunden können künftig auch Office 365 aus der mit einem Treuhänder-Modell geschützten Cloud beziehen. Doch die Lösung ist deutlich teurer als herkömmliche Cloud-Dienste.

Microsoft-Kunden können künftig auch das Bürosoftware-Paket Office 365 aus der mit einem Treuhänder-Modell geschützten Cloud beziehen. Seit Dienstag seien erste wesentliche Dienste des Software-Pakets sowie Analyse-Werkzeuge von «Power BI Pro» aus der in Deutschland gehosteten Cloud-Umgebung verfügbar, sagte Günther Igl, Cloud-Experte bei Microsoft. Das Angebot richte sich speziell an datensensible Branchen etwa aus dem Finanzsektor oder dem öffentlichen Dienst. Als Treuhänder kontrolliert T-Systems den Zugang zu den Daten, so dass beispielsweise US-Behörden nur über den Rechtsweg in Deutschland Zugriff erhalten können.  Unter den Unternehmen in Deutschland aus allen Branchen gibt es laut Microsoft ein großes Interesse daran, dass ihre Daten in der Bundesrepublik gespeichert werden. Besonders im öffentlichen Sektor würden mehr als 65 Prozent der Befragten einer Studie zufolge die Nutzung einer öffentlichen Cloud erwägen, sofern sich das Rechenzentrum des Anbieters in Deutschland befindet.

Seit einigen Monaten arbeitet Microsoft dafür mit T-Systems zusammen und stellt seine Cloud-Plattform Azure in der rechtlich abgesicherten Umgebung zur Verfügung. Ohne ausdrücklichen Wunsch des Kunden hat Microsoft selbst keinen Zugang zu den gespeicherten Daten. Damit sei sichergestellt, dass ein mögliches Auskunftsersuchen von staatlicher Seite ausschließlich nach deutschem Recht erfolgen könne, sagte Igl. Für die Verwaltung eröffnete Microsoft am Dienstag ein Kontrollzentrum im Berliner Stadtteil Mitte. Dort werden künftig Mitarbeiter von T-Systems rund um die Uhr die Funktionsweise der Systeme überwachen.

Die Daten der Kunden werden in Rechenzentren in Biere bei Magdeburg und in Frankfurt/Main gesichert, die T-Systems betreibt. Der zusätzliche Schutz koste den Kunden wegen des teils erheblichen Aufwands jedoch auch rund 25 Prozent mehr im Vergleich zu herkömmlichen Cloud-Diensten, sagte Microsoft-Manager Alain Geneveaux. Microsoft hat nach eigenen Angaben in Europa gut drei Milliarden Dollar in den Aufbau von Cloud-Infrastruktur investiert. (dpa)

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