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Mittwoch, September 28, 2022

Amazon setzt deutsche Hersteller unter Druck

Amazon spielt seine Marktmacht aus und setzt die deutschen Hersteller massiv unter Druck. Bei vielen Anbietern sollen die Jahresgespräche für Fassungslosigkeit gesorgt haben.

Amazon setzt deutsche Hersteller unter Druck
Amazon spielt seine Marktmacht zunehmend aus und erhöht in Verhandlungen mit deutschen Herstellern den Druck. „Es herrscht Entsetzen darüber, was Amazon sich inzwischen leisten kann“, betont der E-Commerce-Experte Alexander Graf, der als Berater im Austausch mit Händlern und Herstellern steht und den Blog Kassenzone.de betreibt. Die Jahresgespräche zwischen Herstellern und Amazon seien „katastrophal“ verlaufen. In der Vergangenheit sei der Etailer ein verlässlicher Partner für die Hersteller gewesen. Amazon habe ohne große Diskussion die geforderten Preise gezahlt, schier unbegrenzte Lagerkapazitäten vorgehalten und sei recht großzügig beim Thema Retoure gewesen, so Graf weiter. Doch mittlerweile würde der Konzern den Partnern für einfachste E-Commerce-Inhalte hohe Summen abverlangen. Die Preise, damit die Hersteller mehr als nur den Standard-Produkttext einstellen dürfen, seien drastisch gestiegen. Amazon trimme das Geschäft seit etwas über einem Jahr auf Profitabilität und erhöhe deshalb den Druck auf seine Handelspartner, um die Marge zu erhöhen, berichtet das Wall Street Journal Deutschland. Das würden verschiedene Händler und Hersteller bestätigen.

Ein Beispiel seien die Beträge, die Hersteller zahlen müssen, um ihre Produkte mit mehr als nur einfachen Texten und Bildern zu bewerben. Allein für diesen Service würden Hersteller inzwischen Beträge von 50.000 oder 60.000 Euro pauschal im Jahr bezahlen, so das WSJ weiter. Wer nicht bereit ist, zu zahlen, könne die Produkte nur mit reinem Text und Fotos bewerben. In Folge seien nicht einmal Fett-Formatierungen mehr möglich. Die Bedeutung von Amazon für Hersteller verdeutlicht eine Studie des IT-Marktforschers Forrester: Demnach suchten 30 Prozent der Online-Käufer in den USA zuerst bei Amazon nach einem Produkt. Hersteller, deren Produkte bei Amazon schlecht dastehen, gefährden sogar ihren Absatz abseits des Online-Händlers.

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