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Donnerstag, Januar 1, 2026

Utimaco soll Daten von Microsoft-Kunden schützen

Microsoft-Chef Satya Nadella möchte seinen Kunden in Europa mehr Unabhängigkeit einräumen. Eine Schlüsselrolle bei diesem Plan spielt ein Hardware-Hersteller aus Aachen.

Der Softwarekonzern Microsoft kommt Bedenken seiner europäischen Kunden im Hinblick auf Datenschutz entgegen und bietet künftig ein abgestuftes System zum Abschotten der Daten in Europa an. Konzernchef Satya Nadella stellte in Amsterdam ein Konzept vor, mit dem Kunden in Europa Cloud-Lösungen von Microsoft betreiben können, bei denen die Kundendaten in Europa bleiben. Dabei soll der Betrieb und der Zugriff von europäischen Mitarbeitern kontrolliert werden und die Verschlüsselung vollständig unter der Kontrolle der Kunden liegen.

Verschlüsselungs-Hardware aus Aachen

Im Rahmen der Datenschutzgarantie setzt Microsoft auch auf Verschlüsselungstechnik, die aus Deutschland stammt. Die Kunden können die Microsoft-Cloud mit Schlüsseln verbinden, die auf ihrem eigenen Hardware-Sicherheitsmodul (HSM) gespeichert sind. Nadella sagte, man arbeite dabei unter anderem mit dem Aachener Sicherheitsspezialisten Utimaco zusammen.

Nadella präsentierte drei unterschiedliche Varianten des neuen Konzeptes für Kunden in Europa, die bis Ende des Jahres angeboten werden sollen: Bei der «Sovereign Private Cloud» liegen die Daten in Microsoft-Rechenzentren in Europa, bei der «Sovereign Private Cloud» setzen die Kunden die Microsoft-Technik auf eigenen Servern oder bei Partnern ein. Die dritte Lösung «National Partner Cloud» richtet sich an Kunden aus der Regierung und an Anbieter von kritischer Infrastruktur. Dabei dürfen nur Betreiber zum Einsatz kommen, die von den Regierungen genehmigt wurden. Für Deutschland steht dabei der Anbieter Delos Cloud, ein Tochterunternehmen der SAP, zur Verfügung.

Beim Cloud-Computing kann man Computer-Dienste wie Speicherplatz, Programme oder Rechenleistung über das Internet nutzen, ohne die dafür nötige Hardware oder Software selbst besitzen oder betreiben zu müssen. Stattdessen stellt ein Anbieter diese Dienste in großen Rechenzentren bereit, und man kann sie bei Bedarf über das Internet abrufen und bezahlen.

Konflikt mit den USA

Vor dem Hintergrund des drohenden Handelskrieges zwischen den USA und Europa und anderen politischen Konflikten wurde zuletzt kontrovers diskutiert, ob Unternehmen und Organisationen in Europa sich auf Cloud-Technologie aus den USA verlassen können. Dabei war auch Microsoft in die Kritik geraten, insbesondere wegen einer Blockade des E-Mail-Kontos des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), Karim Khan. US-Präsident Donald Trump hatte das Den Haager Gericht im Februar sanktioniert, nachdem ein Gremium von IStGH-Richtern im November Haftbefehle gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und seinen früheren Verteidigungsminister Yoav Gallant wegen Kriegsverbrechen im Gazastreifen erlassen hatte. (dpa)

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