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Sonntag, November 27, 2022

NetApp: «Es wird nicht einfach, uns zu übernehmen»

NetApp stellte auf der Partnerkonferenz in Warschau seine Strategie vor. Wir sprachen mit CEMA-Chef Alexander Wallner über die Konsolidierung in der Branche, das Cloud-Geschäft und Vertriebsschwerpunkte.

ChannelObserver: HP-Chefin Meg Whitman sprach kürzlich davon, dass eine Konsolidierung in der IT-Branche begonnen hat. Ein Spezialist wie NetApp könnte ja für einige Konzerne eine lohnenswerte Akquisition sein.

Wallner: NetApp ist immer noch eine Engineering-Company mit rund 3.000 Software-Entwicklern. Wir haben mittlerweile eine kritische Größe erreicht. Es wird nicht einfach, uns zu übernehmen.

ChannelObserver: Das vergangene Geschäftsjahr war für NetApp schwierig. Der Umsatz ging im Schlussquartal um 7 Prozent auf 1,54 Milliarden Dollar zurück. Ausserdem muss der Storage-Anbieter im Rahmen einer Restrukturierung weitere 500 Jobs abbauen. Was waren die Ursachen dafür und wie sieht die Situation in der Region, die Sie verantworten, aus?

Wallner: OnTAP-basierte Lösungen machen einen Großteil unseres Geschäfts aus. Unser Kernprodukt wurde kürzlich komplett überholt. Das ist vergleichbar mit einem Reifenwechsel bei 200 Stundenkilometern und stellt natürlich ein gewisses Risiko dar. Jetzt steht die neue Architektur und wir werden in den kommenden zwei Jahren davon profitieren. Der Storage-Markt in der DACH-Region war in den vergangenen beiden Jahren zäh. Im Vergleich zum Markt haben wir uns noch gut entwickelt. Gerade mit dem letzten Geschäftsjahr war ich sehr zufrieden.

ChannelObserver: Alle Storage-Hersteller leiden gegenwärtig darunter, dass die Kunden weltweit weniger Speicher-Hardware kaufen und zunehmend auf Cloud-basierende Dienste setzen. Das  behauptet zumindest Tom Georgens, der bis vor wenigen Wochen CEO von NetApp war und jetzt durch George Kurian ersetzt wurde. Wie entwickelt sich das Cloud-Geschäft bei NetApp?

Wallner: In den kommenden drei Jahren rechnen wir mit einer hohen Nachfrage nach Private Cloud-Lösungen. Die Kunden wollen die Hoheit über ihre Daten behalten und ziehen zunehmend Cloud-Angebote in Betracht. Unsere Architektur ist Cloud-ready und beeinflusst heute schon die Kaufentscheidung. In der DACH-Region investieren wir in die Zusammenarbeit mit lokalen Service-Providern. Angefangen haben wir mit Backup-as-a-Service. In den kommenden drei Jahren wird allerdings nicht alles in die Cloud wandern. Ich würde den Sachverhalt eher als ein ‚Herantasten‘ beschreiben. Mit unserer Architektur hat der Kunde jedenfalls die Wahlfreiheit.

ChannelObserver: Auf der Partnerkonferenz wurde darüber diskutiert, dass sich NetApp mit seinem Direktvertrieb möglicherweise zu stark auf das Enterprise-Segment konzentrieren würde. Wird das Geschäft mit Konzernen künftig wichtiger als der Vertrieb an mittelständische Firmen?

Wallner: Nein. In der DACH-Region kommen jeweils 45 Prozent unserer Erlöse aus dem Enterprise- und Mittelstands-Geschäft. Der Mittelstand ist also eine tragende Säule unseres Geschäftsmodells. Im Enterprise-Segment übernehmen NetApp und der Partner gemeinsam den Lead, im SMB-Bereich sehen wir eher den Partner im Lead und und unterstützen mit Marketing-Aktionen und speziellen Programmen. In Deutschland definieren wir 600 Unternehmen als Enterprise- und rund 3.000 als SMB-Kunden. Beide Märkte sind also elementar für uns. Dabei stellen wir übrigens bei Kunden aus dem Mittelstand eine höhere Cloud-Affinität fest.

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