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Mittwoch, Dezember 7, 2022
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Lenovo übernimmt das Server-Geschäft von IBM

Der Deal ist perfekt: Der chinesische IT-Hersteller Lenovo übernimmt das Geschäft mit x86-Servern von IBM für 2,3 Milliarden Dollar. Die Partner beurteilen die Übernahme positiv.

Lenovo übernimmt das Server-Geschäft von IBM

Gerüchte über die Verhandlungen gab es seit einigen Tagen. Jetzt ist es offiziell: Lenovo übernimmt das Geschäft mit x86-Servern von IBM. Das teilte Lenovo soeben mit. Der Kaufpreis beträgt 2,3 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro). Davon sollen rund zwei Milliarden Dollar in bar und der Rest in Lenovo-Aktien bezahlt werden. Rund 7.500 IBM-Mitarbeiter weltweit, unter anderem aus den Niederlassungen in Raleigh, Shanghai, Shenzhen und Taipei, sollen zu Lenovo wechseln. Zum x86-Geschäft gehören System x, BladeCenter, Flex System Blade Server, NeXtScale und iDataPlex-Server. Das Geschäft mit den größeren RISC-Servern („POWER“) und Mainframe-Großrechnern will IBM selbst weiterführen. Auch das Windows- und Linux-Software-Portfolio für die x86-Plattform will Big Blue weiterentwickeln.

Der Deal basiere auf einer langjährigen Zusammenarbeit der beiden Unternehmen. Vor neun Jahren hatte der chinesische IT-Hersteller bereits das PC-Geschäft von Big Blue übernommen. Danach hätte man in vielen Geschäftsbereichen zusammengearbeitet. „Die Akquisition unterstreicht unsere Bemühungen, in Geschäftsfelder zu investieren, die zu einem profitablen Wachstum führen. Sie ist auch Teil unserer PC Plus-Strategie. Mit der richtigen Strategie und einem klaren Bekenntnis zur x86-Industrie sind wir davon überzeugt, dieses Segment genauso erfolgreich wie das PC-Geschäft zu betreiben“, betont Yang Yuanqing, Chairman und CEO von Lenovo. Ausserdem haben Lenovo und IBM ein globales OEM- und Reseller-Abkommen unterzeichnet, wonach Lenovo IBMs Entry- und Midrange-Diskstorage-Systeme Storwize, Tape-Storage-Systeme, General Parallel File System Software, SmartCloud Entry sowie Teile von IBMs System Software Portfolio, unter anderem Systems Director, wiederverkaufen wird. 

Im vierten Quartal gingen die Umsätze von IBM mit x86-Servern um 16 Prozent zurück. Die Hardware-Umsätze der Systems and Technology Group fielen um 26 Prozent auf  4,3 Milliarden Dollar zurück. „Wir positionieren unsere Geschäftsbereiche langfristig neu, während wir kurzfristig mit ernsten Problemen des Geschäftsmodels im Hardwarebereich kämpfen“, fasste der kommende Finanzvorstand Martin Schroeter im Analystengespräch die Situation zusammen. Insofern kommt die Abspaltung des x86-Geschäfts zum jetzigen Zeitpunkt nicht überraschend. Die Akquisition folge den Ankündigungen von IBM, wonach der Konzern über eine Milliarde Dollar in die neu gegründete Watson-Group und 1,2 Milliarden Dollar in das Cloud-Geschäft investieren will. 

Partner beurteilen die Akquisition überwiegend positiv, wie channelweb.co.uk berichtet. „Es ist keine Überraschung, dass das Geschäft an Lenovo ging. Wir als Partner wissen auch, wie man mit Lenovo zusammenarbeitet. Wenn das Geschäft schon verkauft werden musste, war das eine gute Wahl“, so Steve Ellis vom IBM-Partner APSU. Auch Kevin Drew vom IBM-Partner DU360 sieht keine negativen Auswirkungen. „Es könnte von Vorteil sein, dass das Server-Business an einen Konzern geht, der sich dann ausschließlich auf PCs und Server konzentriert und sich nicht mit 47 Millionen anderen Dingen beschäftigt.“ Rob Tomlin von Azlan schließlich verweist auf die Channel-Kompetenz von Lenovo: „Lenovo verfügt über ein ausgereiftes Business Partner-Programm. Man wird nicht der größte PC-Hersteller der Welt, wenn man nicht ein solides Unternehmen ist. Und in den vergangenen zehn Jahren hat Lenovo auch gelernt, wie der Channel betreut wird.“

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