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Donnerstag, Mai 19, 2022

Conti-Vorständin: «Einen Ungelernten zum KI-Spezialisten machen»

Die Autobranche sucht händeringend nach Personal für mehr Software-Kompetenz - dabei sollten laut Conti-Personalvorständin Ariane Reinhart neben Experten von außen nicht die eigenen Ressourcen vergessen werden.

Die Autobranche sucht händeringend nach Personal für mehr Software-Kompetenz – dabei sollten laut Conti-Personalvorständin Ariane Reinhart neben Experten von außen nicht die eigenen Ressourcen vergessen werden. «Es ist sicher eher unrealistisch, einen Ungelernten zum KI-Spezialisten zu machen», sagte die Managerin zum hohen Bedarf qualifizierter Fachleute etwa für Künstliche Intelligenz (KI). «Sie müssen beim Thema Software und Digitalisierung aber auch die mittleren Qualifikationsebenen berücksichtigen.» Viele Techniker im Konzern seien bisher noch an anderen Bereichen orientiert. Gute Weiterbildung erhöhe intern wie extern die Jobaussichten, einige Mitarbeiter seien beispielsweise zum US-Elektroautobauer Tesla gegangen. «Wir haben mehrere hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Maschinenbau in Richtung E-Technik weiterqualifiziert», erklärte Reinhart. «Hier gibt es auch Kontakt zu Tesla in Brandenburg, eine Handvoll von Facharbeitern ist dorthin gewechselt.» Conti wandelt sich vom klassischen Autozulieferer zur Sensorik- und Software-Firma.

Die Umbrüche seien nicht einfach, sie ließen sich jedoch über aktive Weiterbildung mitsteuern. Das biete Chancen auch für Beschäftigte außerhalb akademischer Laufbahnen. «Wir haben seit 2015 zum Beispiel den Ausbildungsberuf des «Softwareentwicklers Automotive» als Facharbeiter.» Es gehe darum, im Betrieb «Ketten zu bilden: Wenn man einen Job intern besetzen könnte – wer ist dann am dichtesten dran?» Mit der Transformation bei dem Dax-Konzern sind, wie in anderen Firmen, auch Stellenkürzungen verbunden. «Der Prozess in Aachen ist durchaus schmerzhaft und sehr bedauerlich», meinte Reinhart zum dortigen Werk. Es komme dann darauf an, neue Möglichkeiten für die Betroffenen in der Region zu suchen. «Auch hier war es wichtig, dass wir mit am Runden Tisch sitzen, den die Stadt Aachen gebildet hat.» Statt Streichung gehe es um Kompetenzaufbau: «Wenn Sie heute moderne Transfergesellschaften einrichten, müssen das immer auch Qualifizierungsgesellschaften sein.» In seinem Weiterbildungsinstitut werde Conti auch Pflegekräfte ausbilden. «Man muss realistisch sagen, dass das Reservoir in Industriebetrieben wohl nicht riesig sein dürfte», so Reinhart. Doch es sei generell wichtig, auch An- und Ungelernte zu qualifizieren, von denen es im Konzern noch etwa 10 000 gebe. Eine Vereinbarung mit den Sozialpartnern bestehe seit 2018. (dpa)

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