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Montag, Dezember 5, 2022
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Verdi droht Amazon mit weiterem Arbeitskampf

Kaum ist der jüngste Ausstand in Logistikzentren des Versandhändlers Amazon beendet, da droht die Gewerkschaft Verdi schon mit einer Fortsetzung des Arbeitskampfes.

Nach dem knapp einwöchigen Dauerstreik bei Amazon in Deutschland hat die Gewerkschaft Verdi bereits den nächsten Ausstand angedroht. «Wir werden keine Ruhe geben. Der Arbeitskampf dauert länger», sagte die hessische Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke am Sonntag am größten deutschen Standort in Bad Hersfeld. Es gebe zwar noch keine konkreten zeitlichen Pläne zur Fortsetzung des Streiks, aber fest stehe: «Es wird weiter gehen.» Es werde gemeinsam oder an einzelnen Standorten weitere Arbeitsniederlegungen geben, sagte sie. Am Samstag hatte Verdi seine Streiks in Bad Hersfeld, Leipzig (Sachsen), Rheinberg und Werne (beide Nordrhein Westfalen) sowie in Graben (Bayern) für vorläufig beendet erklärt. Mit den Arbeitskämpfen versucht Verdi seit dem Frühsommer 2013, für die mittlerweile rund 10 000 Mitarbeiter des US Versandhandelsriesen in Deutschland einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchzusetzen. Verhandlungen darüber lehnt Amazon aber strikt ab. Das Unternehmen sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen. Die Fronten in dem seit mehr als zwei Jahren andauernden Tarifstreit sind verhärtet.

Unstimmigkeit gab es auch über die Wirkung des jüngsten Streiks. «Es ist erhebliches Bestellvolumen in den Versandzentren liegengeblieben. Einige Kunden haben ihre Lieferungen verspätet erhalten, wie wir erfahren haben», sagte Middeke. Amazon teilte dagegen in München mit: «Die von der Gewerkschaft Verdi organisierten Arbeitsniederlegungen hatten keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Kundenversprechens. Denn die überwältigende Mehrheit unserer mehr als 10 000 Mitarbeiter arbeitete regulär», sagte Sprecher Stefan Rupp der Deutschen Presse Agentur. Die Streikbeteiligung habe bei Einbindung von sechs Logistikzentren an den fünf Standorten «stets nur» zwischen rund 1400 und 1600 Mitarbeiter gelegen. Die Streiks hatten am Montag begonnen. (dpa)

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