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Freitag, August 12, 2022

COS setzt auf neue Produktsegmente

Nach Insolvenz und Übernahme sieht sich Distributor COS auf gutem Kurs und plant bereits mit zwei neuen Produktbereichen. Auch neue Mitarbeiter sind wieder ein Thema.

Die COS Computer in Pohlheim war mal ein anerkannter Player in der Distributionsszene. Aber das war vor vielen Jahren und ebenso vielen Geschäftsführern. Zwischenzeitlich landete der Grossist wirtschaftlich zwei Mal in der Talsohle: 2009, als der Investor Arques die Muttergesellschaft Tiscon AG, unter der auch die Schwesterunternehmen Avitos und Topedo firmierten, veräußerte sowie 2013, als der Braunschweiger Distributor Devil, bei dem die COS vier Jahre vorher gelandet war, Insolvenz anmelden musste. Und zwischendurch, 2011, war aus wirtschaftlichen Gründen ein Umzug vom angestammten Sitz in Linden ins nahe Pohlheim notwendig geworden.

Mit dieser Vergangenheit sei aber jetzt Schluss, versichern unisono die beiden COS-Geschäftsführer Christoph Runge und Werner Dao im Gespräch mit ChannelObserver. Denn nach der Übernahme durch den Aachener Distributor Api zum Juli vergangenen Jahres, habe sich der Grossist wieder aufgerappelt und könne bereits über weitere Mitarbeiter sowie einer Ausweitung des Produktangebotes „ernsthaft“ nachdenken. Auf jeden Fall „wird die COS wieder als Distributor im Markt wahrgenommen“, betont Runge, der in Personalunion auch die Api-Niederlassungen in Linden und Paderborn leitet und in früheren Jahren als Leiter Produktmanagement schon einmal bei der COS tätig war. Und Werner Dao, vor COS knapp ein Jahr als COO bei B.com und davor zehn Jahre als CEO bei MSI tätig, ergänzt: „Wir agieren innerhalb der Api-Gruppe als eigenständiges Unternehmen.“ Deshalb habe man auch während der CeBIT mit einem eigenen Stand am Rand des Api-Messestandes im Planet Reseller Präsenz gezeigt. „Und die ist sehr gut angenommen worden.“

Überhaupt verstehe man sich nicht als Anhängsel der Api. „Natürlich werden administrative Bereiche über Aachen abgewickelt. Wir nutzen auch die gleiche Warenwirtschaft und können über alle 20.000 Produkte der Api verfügen. Aber die Ansprechpartner für den COS-Vertrieb sitzen in Pohlheim“. Denn nach wie vor verstehe sich COS als Distributor mit Schwerpunkt Systemhaus-Kunden, fügt Runge hinzu. Und das seien mittlerweile etwa 2.000 Partner. Gerade die Konzentration auf kleinere und mittlere Systemhäuser sorge dafür, dass es kaum Überschneidungen mit dem Api-Kundenstamm gebe. „Allenfalls 15 bis 17 Prozent“, schätzt Runge. Dass Api Mitte vergangenen Jahres die COS übernommen hat, resultierte nicht zuletzt auf zwei wesentlichen Faktoren: „Wir hatten bis zuletzt vor allem bei unseren Systemhaus-Kunden einen guten Ruf. Wir mussten uns im im Rahmen der Insolvenz von einigen Mitarbeitern trennen, verblieben sind vor allem Vertriebler“. Dies sei wohl, so Dao, ein wichtiges Argument für Api-Geschäftsführer Achim Heyne gewesen.

Jetzt sei die Zeit reif, um wieder von Personalzuwachs zu sprechen. Derzeit beschäftigt COS 25 Mitarbeiter. In Kürze könnten neue Beschäftigte hinzukommen, erklärt Dao. Denn: „Wir arbeiten ertragreich.“ Dieser wirtschaftliche Aufschwung sei auch mit dem Ausbau des Händlernetzes verbunden. „Das Vertrauen der Systemhäuser in uns wächst kontinuierlich, so dass wir weitere neue Händler hinzugewinnen.“ Aber nicht nur bei der Händlerzahl will COS wachsen, sondern auch beim Produktangebot, wie Runge betont. So denke man über Refurbished PCs nach. Das Interesse bei der Händlerschaft scheint zumindest vorhanden zu sein. Außerdem lockt das TK-Geschäft die beiden Geschäftsführer. So beispielsweise die Handy-Vermarktung. Sicher sei zumindest, „dass wir unser Hauptaugenmerk auf die Beratung unserer Systemhaus-Kunden legen. Auf diese Reseller und ihre Belange sind wir spezialisiert und bauen unser Leistungsangebot entsprechend aus“, versichert Dao.

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