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Freitag, Januar 2, 2026

Hackerangriff auf Außenministerium alarmiert Nato und EU

Hat China jahrelang die diplomatische Kommunikation eines Nato- und EU-Staats mitgelesen? In Brüssel sorgen entsprechende Informationen für Sorge und Empörung. Nun stellt sich die Frage nach Folgen.

Ein mutmaßlicher chinesischer Hackerangriff gegen das Außenministerium in Tschechien alarmiert die Nato und die EU. In einer gemeinsamen Erklärung der 32 Nato-Staaten heißt es, man beobachte mit wachsender Besorgnis die zunehmenden böswilligen Cyberaktivitäten, die von der Volksrepublik China ausgehen und sei entschlossen, diese zu bekämpfen. Die EU teilte zeitgleich mit, sie stehe bereit, bei Bedarf weitere Maßnahmen zu ergreifen. Dazu hatten in der Vergangenheit auch Sanktionen gezählt.

Die Attacke gegen das Außenministerium des Nato- und EU-Staats hat nach offiziellen Informationen bereits 2022 begonnen. Nach Informationen des tschechischen Nachrichtenportals Seznamzpravy.cz konnte China dadurch mutmaßlich jahrelang E-Mails tschechischer Diplomaten mitlesen. Hinter dem Angriff auf das Kommunikationsnetz des Außenministeriums soll nach den bisherigen Ermittlungen die Cyberspionage-Gruppe APT31 (Advanced Persistent Threat 31) stecken, die dem Ministerium für Staatssicherheit der Volksrepublik China zugeordnet wird.

Kallas: Inakzeptabler Verstoß gegen internationale Normen

An den umfassenden Ermittlungen waren laut offiziellen Angaben die tschechischen Inlands-, Auslands- und Militärgeheimdienste und die nationale Behörde für Cyber- und Informationssicherheit beteiligt. Das Außenministerium betont, dass das infiltrierte Kommunikationsnetz nicht für den Austausch von als geheim eingestuften Informationen verwendet wurde.

Sanktionen gegen Hacker aus China hatte die EU erstmals 2020 verhängt. Damals waren mutmaßliche Mitglieder der chinesischen Hackergruppe APT10 betroffen, die bei einer Aktion mit dem Namen «Cloud Hopper» IT-Dienstleister in aller Welt angegriffen haben sollen.

Zu der Attacke auf das Außenministerium in Prag erklärte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nun in sozialen Netzwerken: «Heute macht die EU einen vom chinesischen Staat unterstützten Akteur für eine bösartige Cyberkampagne gegen Tschechien verantwortlich.» Dies sei ein klarer und inakzeptabler Verstoß gegen internationale Normen. (dpa)

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