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Montag, Dezember 15, 2025

Studie: Start-up-Gründungen brechen ein

Die Zinswende und Sorgen um die Wirtschaft infolge des Ukraine-Kriegs haben tiefe Spuren bei den Neugründungen von Start-ups hinterlassen.

Die Zinswende und Sorgen um die Wirtschaft infolge des Ukraine-Kriegs haben tiefe Spuren bei den Neugründungen von Start-ups hinterlassen. Im vergangenen Jahr fiel die Zahl der Firmengründungen um mehr als ein Fünftel (22 Prozent) auf 2705, zeigt eine Auswertung der Analysefirma Startupdetector. Das seien 780 Start-ups weniger als 2021. Erstmals wurden demnach 2022 mehr junge Wachstumsfirmen in Bayern gegründet als in Berlin. In der Hauptstadt entstanden 540 Start-ups, während in Bayern 571 gezählt wurden, heißt es in der Studie, die sich auf Einträge im Handelsregister stützt. Bei den Finanzierungsrunden blieb Berlin mit 551 aber vor Bayern (445). Zuvor hatte das «Handelsblatt» darüber berichtet.

Deutsche Start-ups haben einen langen Boom erlebt und 2021 Rekorde bei der Finanzierung durch Investoren verzeichnet. Doch mit Ukraine-Krieg, steigenden Zinsen und Unsicherheit um die Wirtschaft hatte sich der Markt gedreht: Investoren hielten sich zurück, in der Gründerbranche wurden reihenweise Jobs gestrichen. Der durch niedrige Zinsen und viel Liquidität entfachte Boom sei erst einmal zu Ende, schrieb Alex von Frankenberg, Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds, der als Partner den Report mitgestaltete. «Das Jahr 2022 hat uns gezeigt, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen.»

Mit der Krisenstimmung unter Start-ups sank der Studie nach die Zahl der Gründungen in fast allen Bundesländern, darunter Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen. In der Gründerhochburg Berlin fiel der Rückgang aber mit 30 Prozent besonders groß aus, so dass Bayern (minus 10 Prozent) vorbeizog.

Die Studie zeigt zudem, dass junge Start-ups schwieriger an Geld kamen. Zwar lag die Zahl der Finanzierungsrunden auf einem ähnlichen Niveau wie 2021, doch die Zahl der Erstfinanzierungen fiel um 18 Prozent zum Vorjahr. «Das deutet darauf hin, dass sich Investoren in Krisenzeiten vor allem auf ihr vorhandenes Portfolio konzentrieren.» (dpa)

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