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Donnerstag, Mai 19, 2022

Lenovo: „Wir verfolgen keine riskante Strategie“

Lenovo verfolgt eine ehrgeizige Wachstumsstrategie. Wir sprachen mit Deutschland-Chef Stefan Engel über den Wettbewerb auf dem PC-Markt, die x86-Server und das Smartphone-Geschäft.

Stefan Engel, General Manager Lenovo Central Region, im Gespräch mit ChannelObserver
ChannelObserver: Herr Engel, auf der IFA hat Lenovo angekündigt, Marktführer im Server-Geschäft werden zu wollen. Ein ambitioniertes Ziel, wenn man bedenkt, dass IBM derzeit mit relativ großem Abstand zur Spitze auf dem dritten Rang liegt.

Engel: Es ist immer unser Ziel, an der Spitze zu landen. Wir setzen uns aber nicht unter Druck und legen uns auf einen bestimmten Zeitpunkt fest. Eines steht jedoch fest: Die Integration der x86-Server von IBM wird uns weit nach vorne bringen.

ChannelObserver: Werden denn auch die Partner den Produkten folgen? Spricht Lenovo schon mit den klassischen Server-Partnern von IBM?

Engel: Wir übernehmen nicht nur die Hardware, sondern auch die Partnerverträge. Die Partner können also sicher sein, ihren Status zu behalten. Wir sind aber auch offen, weitere Systemhäuser für diesen Geschäftsbereich zu gewinnen. Darüber hinaus können wir zu gegebener Zeit mit den IBM-Partnern sprechen, ob diese nicht ihr Portfolio mit weiteren Lenovo-Produkten abrunden wollen. Und natürlich können auch bestehende Lenovo-Partner in das Server-Geschäft einsteigen. Wir sind für alle Entwicklungen offen.

ChannelObserver: Von wie vielen IBM-Partnern sprechen wir eigentlich konkret?

Engel: Zur genauen Partneranzahl machen wir keine Angaben. Wir haben kürzlich erst die Erlaubnis erhalten, das Geschäft abzuschließen. Die Integration läuft jetzt auf Hochtouren und wird voraussichtlich noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. Wir sind also nach wie vor zwei getrennte Firmen.

ChannelObserver: Auf dem deutschen PC-Markt ist Lenovo bereits Marktführer. Wie schätzen Sie die Entwicklung ein?

Engel: Es gibt auf dem PC-Markt einige Wettbewerber, die in den vergangenen Monaten wieder aufgekommen sind. Andere Marktteilnehmer, wie Samsung, ziehen sich aus dem deutschen Notebook-Markt zurück. Ab einem gewissen Status kann man allerdings nicht mehr von einer quartalsweise Verdopplung seiner Absatzzahlen ausgehen. Wir haben aber durchaus noch Potenzial, sowohl bei Tablets, Notebooks als auch bei Desktops. Im SMB-Segment können wir sowohl bei Desktops als auch bei Notebooks noch zulegen.

ChannelObserver: Ein relativ neues Geschäft, zumindest was den europäischen Markt angeht, sind die Smartphones. Hier trifft Lenovo auf etablierte Anbieter wie Apple oder Samsung.

Engel: In Westeuropa, und somit auch in Deutschland, gehen wir mit der Marke Motorola an den Start. Wir verfolgen somit keine riskante Strategie, da wir das Geschäft mit etablierten Brands aufbauen und nicht auf der grünen Wiese starten. Motorola agiert als selbstständige Einheit innerhalb des Lenovo-Konzerns und wird auch den Vertrieb der Smartphones selber aufbauen.

ChannelObserver: Suchen Sie noch neue Vertriebspartner oder ist Lenovo bereits flächendeckend ausreichend aufgestellt?

Engel: Wir verfügen im B2B-Bereich über die Partner bereits über eine gute Verbreitung. Wir wollen aber, gerade für den SMB-Markt, weitere Partner gewinnen. Dabei handelt es sich aber um einen kontinuierlichen Prozess und nicht um Push-Aktionen.

ChannelObserver: Was sind Ihre wichtigsten Ziele in den kommenden Monaten?

Engel: Mit Sicherheit wird die Integration der x86-Sparte von IBM eine sehr wichtige Aufgabe sein. Deswegen wollen wir aber nicht unsere Wachstumsziele im Desktop- und Notebook-Bereich vernachlässigen.    

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