Kellerhals fordert Media Markt heraus

Minderheits-Gesellschafter Erich Kellerhals sucht auf seiner Homepage einen Nachfolger für den amtierenden Media/Saturn-Chef. Dabei spart er nicht mit Spitzen gegen den Retailer und die Metro.

Media Markt-Gründer Erich Kellerhals hält noch eine Minderheitsbeteiligung an Media/Saturn (MSH). Seit Jahren liefert sich Kellerhals einen Rechtsstreit mit der MSH-Muttergesellschaft Metro um die Macht bei den Flächenmärkten. Umstritten war zwischen beiden Seiten unter anderem die Expansionsstrategie der Kette und die Aufstellung des Online-Geschäfts. Jetzt geht der Machtkampf zwischen dem Handelsriesen Metro und dem Minderheitseigner in eine neue und durchaus skurrile Runde. Kellerhals sucht derzeit auf seiner privaten Homepage unaufgefordert und ohne Rücksprache mit der Metro einen Nachfolger für den amtierenden Media/Saturn-Chef Horst Norberg. Dieser, so Kellerhals auf seiner Homepage, scheide demnächst aus dem Unternehmen aus und begebe sich in den Ruhestand. Die Metro beruft sich allerdings darauf, dass Norberg noch einen Vertrag bis Ende 2015 hat.

Zum Profil des potenziellen MSH-Chefs gibt Kellerhals allerdings nicht viele Details bekannt. Bewerber dürften allerdings keine „Angst vor Kontrollverlust“ haben, denn dies sei die „falsche Führungsperson für ein dezentral gesteuertes Unternehmen“. Jeder der Media/Saturn-Märkte besitze einen Mitgesellschafter, welcher mit 10 Prozent an „seiner Markt GmbH“ beteiligt sei. „Media Markt und Saturn besitzen ein einzigartiges System zwischen zentraler und dezentraler Unternehmenssteuerung und -verwaltung. Dieses System garantiert bei richtiger Anwendung eine Überlegenheit zum Wettbewerb. Falsch installierte Zentralsysteme in einem dezentral gegründeten Unternehmen wirken wie ein Brandbeschleuniger für einen Absturz“, so Kellerhals weiter. Manager der Metro hält Kellerhals offenbar für ungeeignet: „Die Metro AG hat wenige Mitarbeiter mit entsprechender Erfahrung über die Vorteile  einer Organisation mit zentralen und dezentralen Strukturen.“

Das Zusammenspiel zwischen dieser zentralen und dezentralen Struktur ist für Media/Saturn seit jeher von entscheidender Bedeutung. So war die Mitbestimmung der einzelnen Märkte wohl auch ein Grund für die verspätete Einführung einer zentralen Online-Plattform. Kellerhals hat auch eine Meinung zu dieser Aufgabenverteilung: „Alles, was zentral besser und billiger zu lösen ist, wird zentral organisiert. Was die Motivation und Verantwortung der Mitgesellschafter und Mitarbeiter erhöht, wird dezentral organisiert.“ Immerhin besitzt Kellerhals so viel Realitätssinn um zu wissen, dass er diese Personalentscheidung nicht alleine beschließen kann: „Die Entscheidung über ihre Bewerbung kann nur gemeinsam mit unserem Mitgesellschafter Metro AG beschlossen werden.“ 

 

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