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Montag, August 15, 2022

VMware wirbt für softwaredefinierte Rechenzentren

Auf seiner Partner- und Kundenkonferenz „VMworld“ in San Francisco rückt VMware das softwaredefinierte Rechenzentrum in den Mittelpunkt. Darüber hinaus gab es zahlreiche Produktneuheiten.

Erwin Breneis, Team Lead Channel System Engineers
Unter dem Motto „Defy Convention“ feiert VMware mit dem 15-jährigen Bestehen und der 10. VMworld-Konferenz Anfang dieser Woche doppeltes Jubiläum. Zählte man auf der ersten VMworld vor zehn Jahren rund 1.400 Teilnehmer, sind diesmal laut VMware rund 22.000 Teilnehmer der Einladung nach San Francisco gefolgt. Im Mittelpunkt der diesjährigen Konferenz steht das 2012 vorgestellte und vom Konzept bereits zur Architektur gereifte Software-defined Datacenter (SDDC) als Antwort auf die von IDC postulierte dritte IT-Generation der Mobile-Cloud-Ära mit IT-as-a-Service (IaaS) als neues Mantra. Denn anders als in der Mainframe- oder der Client-Server-Ära gehe es im mobilen Zeitalter mit neuen Trends wie privat und beruflich genutzten Smartphones und Tablets um ein Vielfaches an Nutzern, Anwendungen und Datenvolumina, erklärte am Vortag VMware-Chef Pat Gelsinger, der erst Mitte 2012 das Ruder von Paul Maritz übernommen hatte. Eine wichtige Voraussetzung für die explosionsartige Zunahme von Apps, mobilen Geräten und Nutzern sei, dass die Provisionierung oder Bereitstellung von Services nicht mehr Wochen oder gar Monate beanspruche, sondern praktisch in wenigen Minuten erfolgen müsste. Das erfordere wiederum weitgehende Automatisierung. Das bereits zur Architektur gereifte Konzept der softwaredefinierten Rechenzentren sieht vor, dass die eigenen Virtualisierungs- und Cloud-Dienste nicht nur auf Desktops und Server angewendet werden. Vielmehr sollen sie auf Bereiche wie Netzwerk und Security und Storage erweitert werden.

Mit SDDC steht der amerikanische Virtualisierungs-Marktführer natürlich nicht allein da. Aber Hardware-Unternehmen wie Juniper Networks und HP sollen bereits Partnerschaften angeboten haben, um ihre SDN-Produkte für Software-defined Network mit VMware-Lösungen wie dem NSX-Hypervisior zu integrieren. 

Einzigartig ist Erwin Breneis, Team Lead Channel System Engineers, zufolge die im dritten Quartal 2013 zunächst als öffentliche Beta-Version gestartete Virtual-SAN- oder kurz VSAN-Lösung als neuer Ansatz zur Bereitstellung von Storage für virtuelle Maschinen. Als Erweiterung der VMware vSphere lassen sich so auch Rechenleistung und Direct-Attached-Storage (DAS) in Pools bündeln und über eine virtuelle Datenebene die lokalen Disks und flashbasierenden SSDs clustern. Im Bereich Software-defined Storage lässt sich über einen sogenannten Policy Wizard festlegen, wie viel Kapazität mit welcher Performance und Verfügbarkeit den einzelnen Mitarbeitern gewährt werden soll. Eine der meist beachteten Neuerungen ist die VMware NSX für die Netzwerk-Virtualisierung mit L2- (Layer-2) bis L7-Security-Support komplett auf Softwareebene. Wie Gelsinger es sieht, stellt NSX für die Netzwerk-Virtualisierung das dar, was ESX einst für die Server-Virtualisierung war.  Netzwerk- und Security-Funktionen werden dabei komplett von der zugrundeliegenden Hardware entkoppelt und unterliegen somit weit weniger Beschränkungen, was zu einer deutlichen Beschleunigung der Datenübertragung führen soll. Unterstützt werden laut VMware alle Hypervisoren und jede Netzwerk-Hardware. Das Produkt vereint die bisherige VMware-Lösung vCloud Networking und Security mit der Virtualisierungsplattform NVP des 2012 übernommenen Netzwerk-Virtualisierungsspezialisten Nicira. 1,26 Milliarden Dollar hatte die EMC-Tochter dafür vor einem Jahr hingeblättert. Die Nicira-Lösung deckt dabei die Ebenen 2 und 3 ab, L4 bis L7 kommen aus der VMware vCloud. In der durch Software bereitgestellte Erweiterung durch zusätzliche Server-Knotenpunkte soll das ab dem vierten Quartal 2013 verfügbare VMware NSX pro Cluster auf 32 Hosts bis zu 1 TB pro Sekunde an Netzwerk-Traffic ermöglichen. 

Wichtige Säulen der SDDC-Strategie sind die neue VMware vSphere 5.5 mit Operations Management und die VMware Cloud Suite 5.5. Die vSphere 5.5 bringt mit Flash Read Cache (für deutlich verkürzte Latenzzeiten) nicht nur eine um den Faktor 5 bis 10 gesteigerte Performance für geschäftskritische Anwendungen, sondern als wichtige Neuerung auch Big Data Extensions mit. Kunden können so unter anderem auch Apache Hadoop und Big-Data-Workloads auf der vSphere 5.5 fahren. Mit der auf die VMware vSphere 5.5 fußenden und ab dem dritten Quartal 2013 verfügbaren VMware vCloud Suite 5.5 sollen Unternehmen jeder Größe in der Lage sein, eine auf vSphere basierende Private Cloud mit SDDC-Architektur zu betreiben. Die On-Demand-Bereitstellung, die Konfiguration und die richtliniengesteuerte Kontrolle von Applikationen erfolgt weitgehend automatisiert, sodass die Einhaltung der Firmenpolitik und Service-Level-Agreements (SLAs) jederzeit gewährleistet werden kann.  Die Hybrid Cloud steht bei VMware im Mittelpunkt des neuen Szenarios. 

Für SDDC gibt es laut Erwin Breneis noch keine echten Zertifizierungsmodelle. Neu sind aber Zertifizierungsstufen für einzelne Bausteine. Dazu gehören VMware Certified Associate (VCA) für die Cloud, Data Center Virtualization (VCA-DCV) und Netzwerk-Virtualisierung (VCA-NV). Im Bereich Consulting könnten sich Partner aber sehr wohl durch technische oder strategische Beratung einbringen, um Unternehmenskunden zu einer SDDC-Architektur zu verhelfen oder den Wert des SDDC-Modells nahezubringen.   

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