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Freitag, Januar 2, 2026

Umfrage: Stimmung unter deutschen Start-ups hellt sich auf

Schwache Konjunktur, zurückhaltende Investoren und viel Unsicherheit: Die Bedingungen für die Gründerszene hatten sich zuletzt nach Jahren des Booms deutlich verschlechtert. Nun blickt die Branche wieder etwas zuversichtlicher nach vorne.

Die Stimmung in der deutschen Gründerbranche hat sich zum Jahreswechsel verbessert. Nach einem Tief im vergangenen Sommer ist nun vor allem der Blick in die Zukunft optimistischer, zeigt das am Mittwoch veröffentlichte Geschäftsklima des Startup-Verbands. Demnach erwarten gut zwei Drittel der befragten Gründer (67 Prozent) eine günstigere Entwicklung der Geschäfte, im Juni 2022 waren es 54,2 Prozent gewesen. Bei der Bewertung der aktuellen Geschäftslage ging es dagegen nur leicht aufwärts: Diese schätzten 49,3 Prozent der Befragten als gut ein nach 48,3 Prozent im vergangenen Juni.

In Summe stieg das Geschäftsklima unter den hiesigen Start-ups um 8,2 Punkte von 42,4 Zählern im vergangenen Juni auf nun 50,4 Zähler. Das Geschäftsklima für die Branche wird analog zu dem bekannten Barometer des Münchner Ifo-Instituts berechnet. An der Umfrage nahmen 205 Gründerinnen und Gründer im Dezember 2022 und Januar 2023 teil.

Deutsche Start-ups, die für ihre Expansion auf Geld von Investoren angewiesen sind, hatten lange glänzende Zeiten erlebt. In der Pandemie profitierten sie davon, dass die Digitalisierung einen Schub bekam – etwa bei Finanzgeschäften, Online-Shopping oder Essenslieferungen. Doch mit Ukraine-Krieg, steigenden Zinsen und Unsicherheit um die Konjunktur hatte sich der Markt im vergangenen Jahr gedreht. Bekamen manche Start-ups noch 2021 Finanzspritzen im hohen dreistelligen Millionenbereich, brachen die Investments in deutsche Start-ups 2022 ein. Firmen wie der E-Scooter-Anbieter Tier und das Gewächshaus-Start-up Infarm strichen zahlreiche Jobs.

Bei der Geschäftsklima-Umfrage des Startup-Verbands im Juni waren die Erwartungen an die künftigen Geschäfte angesichts der Krise noch schlechter gewesen als im Corona-Tief 2020. Die schwierigeren Finanzierungsbedingungen und die getrübte Stimmung hatten Folgen: In diesem Januar wurden laut Verband 186 Start-ups gegründet, dies sei der niedrigste Januar-Wert der vergangenen vier Jahre.

«Weniger Kapital, weniger Neugründungen – auch unter Start-ups war die Krise in den letzten Monaten spürbar», sagte Christian Miele, Vorstandsvorsitzender des Startup-Verbands am Mittwoch. Nun habe sich die Stimmung deutlich aufgehellt. Um mit Schwung aus der Krise zu kommen, sei es nötig, politisch die Weichen richtig zu stellen. Miele forderte etwa bessere Regelungen für Mitarbeiterbeteiligungen. (dpa)

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