Teradata erhebt Klage gegen SAP

Teradata erhebt massive Vorwürfe gegen SAP und reicht Klage ein. Konkret geht es um SAP HANA, ein «minderweriges Konkurrenzprodukt», so Teradata.

SAP droht in den USA ein Rechtsstreit um ein zentrales Produkt: Der amerikanische Technologieanbieter Teradata wirft dem deutschen Softwarekonzern vor, bei der Entwicklung der Datenbank Hana Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben. Konktret geht es laut Teradata um die Veruntreuung von Geschäftsgeheimnissen, um einen Verstoß gegen das Urheberrecht und um Kartellrechtsverstöße. Die Klage wurde bei einen Gericht in Kalifornien eingereicht. SAP habe Teradata mit einem «angeblichen Joint Venture» geködert, um Zugang zu wertvollem geistigen Eigentum zu erhalten. Danach sei mit SAP HANA ein «minderwertiges» Konkurrenzprodukt entwickelt worden. Kurz vor der Veröffentlichung von HANA habe SAP die Partnerschaft mit Teradata kurzfristig aufgekündigt.

Ein SAP-Sprecher sagte, der Konzern habe die Klage mit Überraschung zur Kenntnis genommen. SAP prüfe den Fall derzeit genau. Laufende Verfahren kommentiere der Konzern aber in der Regel nicht. Der Streit mit Teradata ist nicht neu. Bereits 2015 waren im Spiegel und im ARD-Magazin Fakt Vorwürfe laut geworden, SAP habe bei der Entwicklung seiner Kernsoftware Hana widerrechtlich Teile anderer Datenbanken verwendet, darunter solche der US-Konkurrenten Oracle und Teradata. SAP-Mitgründer und -Aufsichtsratschef Hasso Plattner hatte die Vorwürfe daraufhin im Interview mit der Wirtschaftswoche zurückgewiesen. Hana basiere auf einer Datenbank namens Hyrise, die von Plattners Software-Institut HPI selbst entwickelt worden sei. Hyrise wiederum sei ein Open-Source-Produkt, eine Software, derer sich jeder kostenlos bedienen darf. (mit Material der dpa)

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