Telekom will sich von T-Online trennen

Die Deutsche Telekom spricht offenbar mit Axel Springer über den Verkauf von T-Online. Das Bundeskartellamt dürfte jedoch eine Verbindung genau überprüfen.

Die Telekom will Berichten zufolge ihr Online-Nachrichtenportal T-Online verkaufen und spricht darüber mit dem Axel-Springer-Verlag. Die Verhandlungen seien aber noch in einem „sehr frühen Stadium“, hieß es in einem Bericht der Wirtschaftswoche. Sprecher des Verlages und der Telekom wollten dies am Samstag auf Anfrage nicht kommentieren. Der Spiegel berichtete ebenfalls über den möglichen Verkauf. Dort hieß es unter Verweis auf Telekom-Kreise, dass der ehemalige Staatskonzern keinerlei Druck habe, das Geschäft zu verkaufen. T-Online erwirtschafte rund 100 Millionen Euro Umsatz und einen ein- bis zweistelligen Millionengewinn. Der erfolgreiche Verkauf der Scout24-Gruppe werde innerhalb des Telekom-Konzerns als Maßstab gesehen. Zum Billigstpreis abgeben werde man T-Online sicher nicht, war aus Branchenkreisen zu hören. Zu den Interessenten an Scout24 hatte zwischenzeitlich ebenfalls Axel Springer gehört.

T-Online ist derzeit rund 374 Millionen Besuchern pro Monat Deutschlands mit Abstand meistbesuchtes Nachrichten- und Unterhaltungsportal im Internet. Es folgen Ebay auf Rang zwei sowie Bild.de von Springer auf Platz drei. Eine Übernahme von T-Online würde laut Branchenbeobachtern in das Konzept von Springer passen, sich zunehmend auf den Online-Bereich zu konzentrieren. Eine Verbindung der besonders reichweitenstarken Portale T-Online und Bild.de unter einem unternehmerischen Dach würde aber wahrscheinlich gründlich vom Bundeskartellamt geprüft. (mr/dpa)

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