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Freitag, August 19, 2022

So wirkt sich das Alter auf das Gehalt aus

Eine aktuelle Studie zeigt, wie sich das Alter auf das Gehalt auswirkt und welche altersspezifischen Unterschiede es dabei zwischen Fach- und Führungskräften gibt.

So wirkt sich das Alter auf das Gehalt aus
Hat die „Sitzprämie“ ausgedient oder steigen die Gehälter mit zunehmendem Alter automatisch an? Eine neue Studie von Compensation-Online geht dieser Frage nach und zeigt auf, wie sich das Alter auf das Gehalt auswirkt, welche altersspezifischen Unterschiede es dabei zwischen Fach- und Führungskräften gibt und wann welche Gehälter zu erwarten sind. Die Vergütungsexperten haben dazu mehr als 200.000 Daten von Fach- und Führungskräften unter die Lupe genommen. Die Gehaltskurve von Fachkräften steigt bis zum Erreichen des 40. Lebensjahres stetig an, danach fällt sie leicht ab. Die Gehaltskurve von Führungskräften steigt dagegen weiter an. Es fällt aber auf, fass das Gehalt ab 45 Jahren langsamer steigt um sich dann zwischen 50 und 55 kaum noch zu erhöhen. Die Erklärung für das Absinken der Gehälter bei Fachkräften: Die ehrgeizigen, fähigen und besonders gut bezahlen Mitarbeiter, die von Beginn an mit relativ hohen Gehältern im oberen Bereich ihrer jeweiligen Altersgruppe liegen, verlassen die Gruppe ohne Führungsverantwortung und sorgen so dafür, dass nach ihrem Aufstieg ihre hohen Gehälter aus dieser Statistik herausfallen. Da dieser Effekt in der Regel um das Erreichen des 40. Lebensjahres auftritt, beginnt die Gehaltskurve an diesem Punkt für die Gruppe von Mitarbeitern ohne Führungsverantwortung zu sinken. Während die Gehälter von männlichen Führungskräften mit zunehmendem Alter kontinuierlich ansteigen, verläuft die Gehaltskurve bei Frauen in Führungspositionen ab dem 45. Lebensjahr leicht sinkend.

Je größer das Unternehmen, umso höher das Gehaltsniveau: In Kleinstunternehmen liegen die Gehälter unabhängig vom Alter bei weniger als 50 Prozent des Gehaltsniveaus in Großkonzernen. Die höchsten Gehälter können Fachkräfte in der Industrie und bei Banken erreichen. Führungskräfte erzielen vor allem bei Unternehmensberatungen, Finanzdienstleistern und in der Konsum- und Gebrauchsgüterindustrie hohe Gehälter, so die Studie. Am besten bezahlt werden bei den Fachkräften Vertriebsfunktionen sowie anspruchsvolle Spezialistenfunktionen. 

Je besser die Ausbildung, desto höher das durchschnittliche Gehalt und desto deutlicher der Gehaltsanstieg nach dem 25. Lebensjahr: Akademiker müssen im Schnitt nur neun Jahre arbeiten, um den Kollegen ohne Studium im Lebensgehaltsvergleich zu überholen. Branchenübergreifend überholt der Akademiker dabei ab dem 34. Lebensjahr im kumulierten Lebenseinkommen den mit 20 in das Arbeitsleben eingetretenen Kollegen, der nicht studiert hat. Bei IT-Berufen erweist sich ein Studienabschluss dagegen erst ab dem 39. Lebensjahr als erfolgreicher im Gehaltsrennen als eine Berufsausbildung. Der Ausbildungshintergrund ist hiernach in diesem Sektor für das Gehalt weniger relevant als in anderen Berufszweigen. Betrachtet man nur die IT-Fachkräfte, ist der Vorteil des Studiums noch geringer.

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