Snapchat legt bei erweiterter Realität nachDie Foto-App Snapchat treibt den Wettbewerb mit Apple und Google bei der sogenannten erweiterten Realität voran, bei der digitale Inhalte auf dem Bildschirm in reale Umgebungen integriert werden. Nach ersten Spaß-Anwendungen wie virtuellen Masken oder Katzen-Schnurrhaaren baute Snapchat eine Geschäftsplattform auf, mit der man auf dem Display zum Beispiel Turnschuhe anprobieren oder einen Eindruck von dem Farbton der Kosmetik im eigenen Gesicht bekommen kann. Bei einer Partnerkonferenz am Donnerstag bot Snap sein erweitertes Arsenal für App-Entwickler in dem Bereich. Dazu gehört die Funktion «Local Lenses», bei der gesamte Straßenzüge in 3D eingescannt werden, um auf Basis dieser Modelle Erlebnisse in erweiterter Realität (Augmented Reality, AR) zu ermöglichen.
Mit der Funktion «Scan» werden Objekte vor der Kamera erkannt und Informationen dazu angezeigt – als Beispiel nennt Snapchat Pflanzen oder Hunderassen. Eine ähnliche visuelle Suchmaschine baute Google mit seinem Angebot «Lens» auf. Snapchat macht dagegen nicht alles selbst, sondern dient als Plattform für verschiedene spezialisierte Dienste. Diverse Apps können die Snapchat-Kamera mit ihren Funktionen einbinden – und zugleich mit eigenen Algorithmen fürs maschinelle Lernen kombinieren. Mit der Funktion «Dynamic Lenses» können Entwickler in Echtzeit Informationen aus ihren Apps einbinden. Das könnte noch interessant werden, wenn es zusätzlich zu Smartphones auch AR-Brillen gibt, in denen digitale Inhalte auf die Gläser projiziert werden. Laut Medienberichten arbeitet unter anderem Apple daran. Der iPhone-Konzern setzt schon seit Jahren ebenfalls auf AR-Anwendungen. Snapchat war ursprünglich vor allem bei jungen Nutzern mit der Idee populär geworden, angeschaute Fotos von alleine verschwinden zu lassen. Von einer Wachstumsdelle unter anderem durch die Konkurrenz von Instagram und eine schlecht aufgenommene Neugestaltung der App erholte sich Snapchat inzwischen wieder. Im vergangenen Quartal stieg die tägliche Nutzerzahl auf 229 Millionen. (dpa)
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