SAP legen nach Quartalszahlen Erholungsrally hin

Die jüngsten Quartalszahlen haben SAP am Dienstag eine Erholungsrally beschert. Analysten zeigten sich überzeugt von den Resultaten und sehen vor allem die mittelfristigen Perspektiven positiv.

Die jüngsten Quartalszahlen haben SAP am Dienstag eine Erholungsrally beschert. Analysten zeigten sich überzeugt von den Resultaten und sehen vor allem die mittelfristigen Perspektiven positiv.

Am späten Vormittag zogen die Aktien von Europas größtem Softwarehersteller als Dax-Spitzenreiter um 3,4 Prozent auf 171,70 Euro an. Von ihrer seit Anfang April eingeschlagenen Korrektur konnten sie sich damit klar erholen. Sie bleiben aber vom Ende März erreichten Rekordhoch bei etwas über 184 Euro noch ein Stück entfernt.

In den letzten knapp vier Wochen hatten die Titel von ihrem seit Jahresbeginn verbuchten Kursgewinn etwa 38 Prozent korrigiert und finden nun an dieser Schwelle, dem sogenannten Fibonacci-Retracement, erst einmal Unterstützung. Dank der aktuellen Gewinne überwanden sie zeitweise auch die für den mittelfristigen Trend wichtige 50-Tage-Linie und näherten sich der auf kurze Sicht richtungsweisenden 21-Tage-Linie.

2024 zählen die im Dax am schwersten gewichteten SAP-Papiere mit einem Plus von gut 23 Prozent bislang zu den besten Werten. Für den deutschen Leitindex steht im selben Zeitraum ein Anstieg um mehr als sieben Prozent zu Buche. „Die Anlegerstory ist bei den Walldorfern in sämtlichen Kernpunkten intakt, genau wie der Aufwärtstrend in der Aktie“, konstatierte der Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets.

SAP bleibt dank einer hohen Nachfrage nach Cloudprodukten zur Nutzung über das Netz gegen eine Abonnementgebühr auf Wachstumskurs. Im ersten Quartal steigerte SAP den Cloudumsatz um fast ein Viertel. Beim operativen Gewinn bereitete dagegen ausgerechnet der stark gestiegene Börsenwert Probleme: Die dadurch höheren Kosten für die aktienbasierten Vergütungsprogramme begrenzten den Anstieg.

So summieren sich die Kursgewinne seit dem Beginn der Erholung im Herbst 2022 auf fast 120 Prozent. Damals hatten die Walldorfer einen positiven Wendepunkt erreicht, nachdem die mit hohen Investitionen in Marketing, Produkte und Technik rund um die Cloudsoftware zunächst Gewinnbelastungen in Kauf genommen hatten, um künftiges Wachstum zu generieren. Dank der Kurserholung seither bringt es SAP mittlerweile auf eine Marktkapitalisierung von fast 213 Milliarden Euro. Damit ist SAP der wertvollste börsennotierte deutsche Konzern; im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 reicht es für den fünften Platz.

Angesichts überzogener Erwartungen hätten die Walldorfer solide abgeschnitten, schrieb Analyst Balajee Tirupati von der US-Bank Citigroup in seiner ersten Reaktion. Der Fokus liege klar auf der mittelfristigen Entwicklung. Analyst Michael Briest von der Schweizer Bank UBS schrieb, SAP habe die recht hoch angesetzte Hürde zum Jahresauftakt genommen. Die Ziele seien zwar unverändert, aber der Fokus richte sich zunehmend auf die Zeit nach 2025.

Jefferies-Experte Charles Brennan merkte zwar an, dass der Jahresauftakt nicht perfekt gewesen sei und die operative Ergebnisentwicklung ein wenig enttäuscht habe. Doch das werde von der weiter anziehenden Wachstumsdynamik des Cloudgeschäfts, dem unerwartet guten Barmittelzufluss und den bestätigten Konzernzielen überlagert. Toby Ogg von der US-Bank JPMorgan betonte zudem, dass bei einigen US-Konkurrenten das Wachstum im Gegensatz zu den Walldorfern etwas schwächele. Dies belege die Robustheit des Wachstumsprofils von SAP in einem schwierigen Konjunkturumfeld. (dpa)

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