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Dienstag, November 28, 2023

KI-Boom befeuert Microsofts Rekordlauf

Microsoft-Anleger dürften sich nach dieser Woche wohl die Hände reiben. Inzwischen rückt Microsoft auch bei der Marktkapitalisierung näher an Apple heran.

Microsoft-Anleger dürften sich nach dieser Woche wohl die Hände reiben. Nach bisher drei Handelstagen infolge mit neuen Rekorden steuert das Papier des Softwareherstellers auch am Freitag auf ein weiteres Hoch zu. Nach dem tags zuvor erreichten bisherigen Bestwert bei 376,35 US-Dollar wurde die Aktie im vorbörslichen Handel zuletzt noch etwas höher gehandelt. In den vergangenen vier Handelstagen hat das Papier etwa zwei Prozent zugelegt und kostete zuletzt gut sechs Dollar mehr als noch Ende vergangener Woche.

Beflügelt wurde Microsofts Rekordlauf an der Börse von einer viel beachteten Ankündigung des Konzerns: Der Softwarehersteller stellt künftig einen eigenen Chip für Künstliche Intelligenz (KI) her und untermauert damit seine Ambitionen in diesem boomenden Bereich.

An der Börse kam das bisher gut an und auch bei Analysten: Die Ignite-Konferenz 2023 des Software-Konzerns habe dessen führende Position im Bereich der generativen Künstlichen Intelligenz (KI) nochmals verdeutlicht, lobte etwa Analyst Mark Murphy von der US-Bank JPMorgan. Der Konzern habe nicht nur die wichtigen Chips, sondern rund 100 Produktinnovationen vorgestellt, die KI auf jeder Ebene des Angebots einsetzten.

„Wir sind inzwischen zunehmend positiv eingestellt, was die langfristige Positionierung von Microsoft auf dem Softwaremarkt angeht“, betonte Murphy. Die KI dürfte dem Softwareriesen über lange Zeit Rückenwind sowohl bei Infrastruktur-Themen als auch bei den Anwendungen bringe, zeigte sich der Branchenfachmann überzeugt.

Analyst Kash Rangan von der US-Investmentbank Goldman Sachs verwies darüber hinaus zuletzt auf die zunehmenden Freiheiten, die sich Microsoft mit eigenen Chips verschaffe. Mit der geringeren Abhängigkeit von Drittanbietern, die aufgrund der hohen Nachfrage derzeit selbst mit Engpässen insbesondere bei den Grafikprozessoren zu kämpfen hätten, könne Microsoft wiederum Kapazitäten erweitern und Markteinführungszeiten verkürzen, schrieb er.

Als wichtiger Player bei KI hat Microsoft in diesem Jahr bisher weitaus deutlicher vom viel gepriesenen Megatrend der Branche profitiert als etwa iPhone-Hersteller Apple. Dieser hatte erst vor wenigen Wochen milliardenschwere Investitionen ankündigt, um in dem Bereich auf Aufholjagd zu gehen.

So hat das Microsoft-Papier seit dem Jahreswechsel fast 57 Prozent an Wert gewonnen, Apple-Anleger müssen sich dagegen mit rund 46 Prozent zufriedengeben. Beide Werte stehen damit aber immerhin an Stelle 3 und 4 der Liste der größten Gewinner im US-Leitindex Dow Jones in diesem Jahr. Nur übertrumpft vom Halbleiterhersteller Intel auf dem zweiten Platz und vom Softwarekonzern Salesforce auf dem Siegertreppchen, die ebenfalls an der Börse von dem KI-Boom profitieren.

Inzwischen rückt Microsoft aber auch bei der Marktkapitalisierung näher an Apple heran, das bisher das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt ist. In puncto Börsenwert bringt es die Softwareschmiede aktuell auf knapp 2,8 Billionen Dollar – damit fehlen nur noch rund 150 Milliarden Dollar zum iPhone-Produzenten. (dpa)

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