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Donnerstag, August 18, 2022

Eingebaute Schwachstellen in Elektrogeräten

Eine Verbraucherstudie weist absichtlich eingebaute Schwachstellen in Elektrogeräten nach. Die Produkte sollen schneller verschleißen, so der Vorwurf. Die Branche dementiert.

Eingebaute Schwachstellen in Elektrogeräten
Hersteller von Elektrogeräten bauen nach einer von der Grünen-Bundestagsfraktion in Auftrag gegebenen Studie immer häufiger Schwachstellen in die Produkte ein. Dadurch könnten die Produkte schneller verschleißen und dann nächste Geräte müsste gekauft werden, so der Vorwurf. Das Gutachten listet zahlreiche Produkte auf, bei denen die Industrie laut der Expertenmeinung täuscht oder trickst. Die Verbraucher müssten in immer kürzeren Zyklen neue Produkte kaufen. So entstünden Mehrkosten in Höhe von mehreren Milliarden Euro.

Die Studie führt als Beispiele Kopfhörer, bei denen es zu Kabelbrüchen komme oder Tintenstrahldrucker, die fälschlicherweise Wartungsbedarf anmelden, an. Darüber hinaus stehen Notebooks im Fokus der Studie: Gehäuse und Komponenten seien häufig „verklebt“, das erschwere eine Reparatur.

Verbraucherexperte Stefan Schridde ist einer der Gutachter der Studie und listet auf seiner Website www.murks-nein-danke.de mehr als 2.000 Hinweise über „verdächtige Produkte“ auf. Allerdings weist die Webseite selber eine eingebaute Schwachstelle auf, denn sie war heute morgen nicht erreichbar. Der Verband der Elektroindustrie weist die Vorwürfe zurück: „Die Hersteller wären schlecht beraten, wenn sie so handeln würden“, betont Geschäftsführer Werner Scholz. Verbraucher würden bei schnellen Defekten den Hersteller wechseln, meint Scholz. Das Gutachten schlägt jedenfalls hohe Wellen und hat es zwischenzeitlich auch zur Top-Story von BILD.de gebracht.  

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