Cherry verfehlt Prognose und restrukturiert

Peripherie-Spezialist Cherry verfehlt die Prognosen für das dritte Quartal deutlich und trennt sich von dem Leiter für den Geschäftsbereich Gaming & Office Peripherals.

Cherry SE hat die Umsatzprognose für das dritte Quartal 2024 deutlich verfehlt. Statt der erwarteten 35 Millionen Euro, geht das Unternehmen jetzt nur noch von rund 22 Millionen Euro aus. Als Ursache für die drastische Abweichung gibt der Peripherie-Spezialist «rezessive Tendenzen im Heimatmarkt Deutschland» an. Sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich registriere man eine «nennenswerte Kaufzurückhaltung bei Peripheriegeräten», heißt es weiter.

Im Zuge eines Restrukturierungsprogramms ergreift Cherry jetzt entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung der Profitabilität. Der wichtige Geschäftsbereich «Gaming & Office Peripherals» wird umgebaut. Dabei trennt sich das Unternehmen «mit sofortiger Wirkung» von René Schulz, der seit April 2022 für den Bereich verantwortlich war. Seit Ende 2022 habe der Geschäftsbereich Schwierigkeiten, seine weiteren internen Struktur- und Wachstumspläne zu erfüllen, wie es in einer Mitteilung unverblümt heißt. CEO Oliver Kaltner übernimmt ab sofort das Interim-Management des Geschäftsbereichs. Zudem soll auch das EMEA-Vertriebsteam umstrukturiert werden.

In diesem Zusammenhang soll der EMEA-Vertrieb über Distributions- und Retail-Partner stärker auf B2C ausgerichtet und sich zugleich auf die europäischen Kernmärkte Frankreich, UK, Spanien, Italien und Portugal konzentriert werden. Deutschland soll bei den Planungen als Folge der schwachen Wirtschaftsentwicklung und somit niedriger Konsumentennachfrage weniger stark gewichtet werden. Außerdem sollen die B2B-Geschäftsbeziehungen mit den etablierten Distributions- und Systemhauspartnern «neu ausgerichtet» werden.

Bei Cherry war bereits in der Vergangenheit einiges im Umbruch. Im April wurde ein Schritt zur Kostensenkung abgeschlossen: Bis Ende März 2024 trennte sich der Anbieter einem Sprecher zufolge von 105 Mitarbeitern, davon 80 am Stammsitz in Auerbach in der Oberpfalz (Landkreis Amberg-Sulzbach). Der Stellenabbau war schon Ende 2023 bekannt geworden. Den Angaben nach waren alle Organisationsebenen weltweit betroffen: sowohl Geschäftsführungs- und Managementpositionen als auch administrative und operative Stellen in Deutschland, Frankreich, Schweden, China und den USA.

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