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Mittwoch, Juli 24, 2024

Bürovermieter Wework will doch noch an die Börse

Der Büroraumvermittler Wework hat rund anderthalb Jahre nach seinem spektakulär gescheiterten Börsengang doch noch einen Weg an den öffentlichen Aktienmarkt gefunden.

Der Büroraumvermittler Wework hat rund anderthalb Jahre nach seinem spektakulär gescheiterten Börsengang doch noch einen Weg an den öffentlichen Aktienmarkt gefunden. Das kriselnde US-Unternehmen will durch die Fusion mit einer sogenannten Special Purpose Acquisition Company – kurz SPAC – auf kurzem Wege durch die Hintertür an die Börse. Wework gab am Freitag in New York einen entsprechenden Deal mit dem SPAC BowX Acquisition Corp bekannt. Wework hatte eigentlich 2019 mit großem Rummel sein Börsendebüt geben wollen, doch die Pläne des vom japanischen Tech-Investor Softbank hochgerüsteten und damals mit enormen 47 Milliarden Dollar bewerteten Start-ups endeten in einem großen Debakel. Zweifel am verlustreichen Geschäftsmodell, vor allem aber die Eskapaden und Machtfülle des umstrittenen Mitgründers Adam Neumann, schreckten Anleger ab.

Das Mammut-Projekt musste letztlich abgeblasen werden, Neumann seinen Hut nehmen und Softbank Milliarden abschreiben. Seitdem ist es um Wework relativ ruhig geworden. Die Pandemie hat das ohnehin nur bedingt lukrative Geschäftsmodell, Unternehmen Büroraum in langfristig angemieteten Immobilien zu vermitteln, weiter erschwert und 2020 für tiefrote Zahlen gesorgt. Bei der nun geplanten SPAC-Fusion wird Wework nur noch mit 9,0 Milliarden Dollar bewertet. SPACs – häufig als Blankoscheck-Firmen bezeichnet – sind zunächst nur leere Unternehmenshüllen. Sie listen ihre Aktien als Platzhalter, um später mit Firmen verschmolzen zu werden und diese so an die Börse zu holen. In den USA boomt das Geschäft gewaltig, 2021 wurden von solchen Finanzvehikeln laut dem Analysehaus SPAC Research schon 96,4 Milliarden Dollar eingeworben – mehr als im gesamten Vorjahr. Experten sehen den Trend aber zunehmend kritisch, zumal die Zweckgesellschaften in der Regel stark zugunsten ihrer Initiatoren und frühen Investoren aus der Hedgefonds- und Private-Equity-Szene konstruiert sind, während Kleinanleger häufig benachteiligt werden. Die Warnungen vor einer SPAC-Blase wurden zuletzt immer lauter, auch die US-Börsenaufsicht SEC riet Anlegern schon zur Vorsicht. (dpa)

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