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Samstag, Dezember 10, 2022

Big Blues bei IBM-Anlegern

Wieder einmal «Big Blues» bei den Anlegern von IBM: Die Aussicht auf weniger Jahresgewinn nach erneut schwachen Zahlen hat die Aktie auf ein Fünfjahrestief geschickt.

Wieder einmal «Big Blues» bei den Anlegern von IBM: Die Aussicht auf weniger Jahresgewinn nach erneut schwachen Quartalszahlen hat die Aktie am Dienstag im US-Handel auf ein Fünfjahrestief geschickt. Das Papier des in den USA auch als «Big Blue» bezeichneten Unternehmens sackte im Handelsverlauf bis auf 140,27 US-Dollar ab, was den niedrigsten Stand seit Oktober 2010 bedeutete. Zum Handelsschluss stand ein Minus von 5,75 Prozent auf 140,64 US-Dollar und der letzte Platz im wenig veränderten US-Leitindex Dow Jones Industrial zu Buche. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Verlust der Aktie nun auf über 12 Prozent. IBM hatte am Vorabend nach US Börsenschluss das 14. Quartal in Folge einen Umsatzrückgang bekannt gegeben und zudem seine Zielspanne für den Jahresgewinn gesenkt. Mehrere Analysten kappten nun ihre Kursziele für die Aktie. Neben den Großbanken Goldman Sachs und JPMorgan zählten auch Morgan Stanley und die französische Bank Societe Generale (SocGen) dazu. SocGen-Analyst Richard Nguyen bekräftigte seine Verkaufsempfehlung und senkte das Kursziel von 148 auf 140 Dollar. Dabei monierte er vor allem das immer noch schwache Wachstum im Software-Geschäft sowie die schlechte Entwicklung im Outsourcing-Geschäft, einem Segment von IBM, in dem andere Unternehmen eigene Teilbereiche ausgelagert haben.

Obwohl die Zahlen im Software-Geschäft aus dem dritten Quartal 2014 relativ leicht zu übertreffen gewesen wären, habe IBM erneut enttäuscht, schrieb Nguyen. Der Wachstumstrend im Software Bereich weise immer noch abwärts mit einem Minus von etwa 3 Prozent und sei inzwischen der fünfte Quartalsrückgang in Folge. «Doch ohne Umsatzwachstum gibt es nur wenig Spielraum für Morgensteigerungen über Kostenkontrollen in diesem strategisch wichtigen Geschäft, in dem 27 Prozent des Konzernumsatzes und 48 Prozent des Bruttogewinns erwirtschaftet werden.» Wegen des Umstellung auf Cloud-Dienstleistungen sieht der SogGen-Experte den Bereich Software noch bis Mitte des nächsten Jahres unter Druck. Und auch Analystin Katy Huberty von Morgan Stanley, die ihr Kursziel von 157 auf 143 Dollar herabsetzte, schrieb: «Cloud schadet aktuell mehr, als dass es Nutzen bringt.» Traditionelle Anwendungen bei IBM verlören Marktanteile durch die Cloud-Nutzung. Doch vor allem in den USA, wo IBMs Schwäche besonders zutage getreten sei, wendeten sich Unternehmen in großen Umfang öffentlichen Cloud-Angeboten zu.

Positiv hob Huberty aber dennoch hervor, dass IBM trotz der aktuellen Umsatzverfehlungen und entsprechender Aussagen zum vierten Quartal an Investitionen in die unter dem Namen «Strategic Imparatives“ geführten neue Bereiche wie Cloud-Anwendungen festhalte. Damit allerdings erwartet auch sie bei IBM noch mindestens im kommenden Jahr ergebnisseitig spürbare Belastungen. Ein weiterer zentraler Problembereich, den IBM aber ebenfalls noch in den Griff bekommen muss, ist laut dem SocGen-Analysten das Geschäft mit Outsourcing-Dienstleistungen. Denn: «das ist so schwach verlaufen wie seit zehn Jahren nicht mehr.» Der rund siebenprozentige Rückgang bei den Abschlüssen stehe im scharfen Kontrast zu dem achtprozentigen Wachstum, das der Managementberatungskonzern und Outsourcing-Dienstleister Accenture bei seinem jüngsten Quartalsausweis veröffentlicht habe, gibt Nguyen zu bedenken. (dpa)

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