So sieht der europäische Distributions-Markt aus

Eine Studie beleuchtet die Machtverhältnisse in der europäischen IT-Distribution. Ingram Micro und Tech Data stehen zusammen für 32 Prozent des Marktes. Die Bedeutung der Großhändler nimmt zu.

Eine Studie der Technology Channels Alliance (TCA) beleuchtet die Machtverhältnisse in der europäischen IT-Distribution. Der Markt sei stärker fragmentiert als allgemein angenommen und stehe für 40 Prozent der IT-Ausgaben der Endkunden. In die Studie fließen Ergebnisse aus den acht europäischen Ländern UK, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Schweiz und Schweden ein. Ingram Micro und Tech Data, mit der kürzlich übernommenen Avnet, kommen gemeinsam auf einen Marktanteil in Höhe von 32 Prozent, wie das UK-Magazin channelweb berichtet, das die Studie vorstellt. Rechnet man noch Arrow ECS hinzu, ergibt sich ein Marktanteil von 35 Prozent. «Die restlichen 60 bis 65 Prozent kommen von regionalen oder nationalen Anbietern. Das wird einigen US-Herstellern die Augen öffnen. Denn mit Ingram Micro und Tech Data sowie einem oder zwei lokalen Distributoren erreicht man eine gute Abdeckung», betont TCA-Chef Robert Norum. Zur Distributoren-Vereinigung TCA gehören unter anderem Esprinet, Exertis und Westcoast.

Die Umsätze der Großhändler in diesen acht europäischen Schlüsselregionen stiegen im Jahr 2015/2016 um zwei Prozent auf 69 Milliarden Euro. Deutschland ist mit 19 Milliarden Euro der größte Markt, gefolgt von Großbritannien mit 16,2 Milliarden Euro. Trotz der gängigen Meinung, dass sich die IT-Distribution in einer Identitätskrise befinde, hätte die Bedeutung der Grossisten in diesen Ländern zugenommen: In UK sei beispielsweise der Anteil der IT-Ausgaben der Endkunden, der über die Distribution und den Handel abgedeckt wird, von 40 Prozent auf 43 Prozent gestiegen. So würden beispielsweise Lenovo oder Dell zunehmend auf ein Two-Tier-Modell umstellen. Auch Apple hätte mehr Geschäft über die Distribution abgewickelt. Die durchschnittlichen Margen der Distributoren waren allerdings weiter rückläufig: Sie liegen vom traditionellen Broadliner bis zum Value-Spezialisten nur zwischen einem und drei bis vier Prozent, so die Studie weiter. Mit Tech Data und Westcoast hätten zudem nur zwei der größeren Distributoren in der Vergangenheit ihre Margen erhöhen können. «Die Margen sind definitiv weiter rückläufig», so Norum. 

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