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Sonntag, Juni 26, 2022

Neininger: «Wir sind keine Feuerwehr mehr»

Das Systemhaus Neininger hat einen erfolgreichen Transformationsprozess hinter sich und setzt auf Managed Services und Cloud. Jetzt arbeitet die Firma bereits am Muster-Systemhaus 2020.

Sascha Neininger
Branchenexperten werden nicht müde zu betonen, dass Systemhäuser einen Transformationsprozess einleiten müssen und ihr Geschäft auf neue Themen wie Managed Services umstellen sollten. In Zeiten weiter sinkender Hardware-Margen drohe sonst gar ein «Absturz in die Todeszone.» Dieser Absturz dürfte für das Systemhaus Neininger aus Donaueschingen kein Thema sein. Einst als IT-Dienstleister im Umfeld der Bürotechnik gegründet, hat das Unternehmen diesen Transformationsprozess bereits hinter sich gebracht. «Wir sind keine Feuerwehr mehr, die nur bei Problemen des Kunden und nach einem entsprechenden Anruf eingreift», betont Prokurist Sascha Neininger, der 2009 zu dem Systemhaus kam, das von seinem Vater Uwe geleitet wird. Prägten früher selbstgestrickte Lösungen mit Ticket-Systemen in Excel den Umgang mit Kunden, sind die technischen Services heute nach ITIL-Version 2.0 ausgelegt. Dazu zählen Vorschläge und Richtlinien, wie Störungen vor Ort gehandhabt werden. Diese Mitarbeiter-Zertifizierung haben neben Sascha Neininger zwei weitere Mitarbeiter des Systemhauses abgelegt.

«Die richtige Transformation geht aber erst mit den dafür notwendigen Spezialisierungen einher. Wir wollten weg vom Blech-Schieben, das ist heute nur noch ein kleiner Bestandteil unseres Geschäftsmodells», berichtet Neininger. Proaktiv setzt die mittelständische Firma mittlerweile mit Managed Services an und überwacht Server, Clients und Firewalls ihrer Kunden. Neuerdings hat Neininger mit «DocMon» (Dokumentation & Monitoring) eine eigene Managed-Service-Plattform am Start, mit der das Unternehmen die IT-Kosten der Kunden um bis zu 20 Prozent reduzieren kann. In der Lösung sind unterschiedliche Tools rund um Managed Services miteinander verknüpft. «Über Automatisierung reduzieren wir die IT-Kosten beim Kunden. Ein wichtiger Nebeneffekt: Bis zu 60 Prozent der Aufträge kommen mittlerweile über die Managed-Service-Plattform», berichtet der Prokurist. Zudem werden Backup-Konzepte der Kunden direkt in die Cloud ausgelagert. Auch Lync, SharePoint und E-Mail-Lösungen wandern in die Wolke. Im Bereich Cloud Computing arbeitet Neininger mit Wortmann zusammen. «Wir hatten im vergangenen Jahr einen langen Evaluierungsprozess durchgeführt und uns für Wortmann entschieden. ‚Made in Germany‘ war sicherlich ein ausschlaggebendes Kriterium.»

Schließlich wurde auch der hauseigene Shop transformiert: Das Ladengeschäft gibt es nicht mehr, Bestellungen laufen über den hauseigenen Web-Shop. Und wenn ein Kunde direkt am Firmenstandort in Donaueschingen vorbeischaut, werden ihm über eine Digital-Signage-Lösung maßgeschneiderte Lösungsszenarien präsentiert. Doch richtig abgeschlossen ist ein Transformationsprozess nie, wie Sascha Neininger weiss. Am «Mustersystemhaus 2020» arbeitet Neininger als Mitglied des comTeam-Beirats, um anderen Systemhäusern den Transformationsprozess zu erleichtern. «Wir sind auf einem guten Weg», ist er überzeugt.

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