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Donnerstag, August 11, 2022

Ingram Micro restrukturiert Europa-Geschäft

Ingram Micro stellt einen weitreichenden Restrukturierungsplan für Europa vor: Bereiche wie Finanzen und Personal werden zentralisiert, Lagerkapazitäten zusammengelegt. Personal wird abgebaut.

„Auch wir müssen uns weiterentwickeln“, Europachef Gerhard Schulz
Distributor Ingram Micro restrukturiert sein Europa-Geschäft. Funktionen werden nicht mehr zentral an einem einzigen Ort gebündelt. Künftig werden geschäftsunterstützende Funktionen aus dem europäischen Headquarter in Belgien in verschiedene Kompetenz-Center, die in unterschiedlichen europäischen Ländern oder global angesiedelt sind, transferiert, kündigt der Distributor an. Finance wird beispielsweise aus den Niederlanden gesteuert, das Value-Geschäft aus Deutschland und das Vendor-Management aus Frankreich. Die Ländergesellschaften könnten sich so auf die vertrieblichen Geschäftsaktivitäten konzentrieren, weil administrative Support-Funktionen wie HR, Finance, Information Systems (IS) und Operations zentral koordiniert würden. Ebenso werden die Lagerflächen konsolidiert: Das deutsche Lager in Trier wird in das Logistikzentrum in Straubing integriert. Entsprechende Pläne hierfür gab es bereits im vergangenen Jahr. Das belgische Lager wird in einem einzigen Benelux-Lager im niederländischen Tilburg konsolidiert. Darüber hinaus werden Backoffice-Funktionen in das Shared Services Center ins bulgarische Sofia verlegt.

Die Konsolidierung wird offensichtlich auch zu einem Personalabbau führen: Diese Veränderungsmaßnahmen würden „diverse Positionen in verschiedenen Ländern“ betreffen, so Ingram in der Mitteilung weiter. Der Konzern werde in enger Kooperation mit den Mitarbeitervertretungen in den einzelnen Ländern über die Pläne beratschlagen und Vorschläge für eine faire Regelung für die betroffen Mitarbeiter vorlegen. „So, wie sich die Industrie weiterentwickelt, so müssen auch wir uns weiterentwickeln, um die kommenden Herausforderungen erfolgreich anzugehen und unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu verbessern“, kommentiert Europachef Gerhard Schulz die Restrukturierung. „Mit unserem neuen Geschäftsmodell sind wir zukünftig bestens aufgestellt, um für unsere Kunden ein noch besserer Partner zu sein. Gleichzeitig werden wir agiler, um neue Chancen zu ergreifen und in unseren Schlüsselmärkten nachhaltiges Wachstum und Marktführerschaft zu erreichen.“

Die Neuausrichtung des europäischen Geschäfts folgt auf die Ankündigung des Grossisten, ein globales „Effizienzprogramm“ zu starten. Dies gab Ingram vor rund zwei Wochen nach der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen bekannt. Von der Restrukturierung verspricht sich der Konzern jährliche Einsparungen zwischen 80 und 100 Millionen Dollar. Die einmaligen Kosten für die Restrukturierung beziffert der Broadliner auf 80 bis 100 Millionen Dollar. Der Großteil dieser Kosten falle im ersten Halbjahr 2014 an. In der deutschen Niederlassung sieht man die Pläne scheinbar gelassen. Immerhin wird das Value-Geschäft künftig aus München gesteuert: „Wir begrüßen die Pläne von Ingram Micro Europe, dezentraler und somit noch näher an Kunden und Herstellern zu agieren. Dadurch werden auch die Ländergesellschaften gestärkt. Wir freuen uns, dass beispielsweise das europäische Kompetenzzentrum für das Value-Geschäft zukünftig in München angesiedelt sein wird“, betont Deutschlandchef Marcus Adä. 

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