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Mittwoch, September 28, 2022

Ingram Micro dementiert Verkaufspläne

Der Handel mit den Aktien von Tianjin Tianhai, der Muttergesellschaft von Ingram Micro, ist ausgesetzt. Spekulationen über einen Verkauf von Ingram wurden dementiert.

IM-Chef Alain Monie
Am Freitag wurde der Handel mit Aktien der Tianjin Tianhai Investment Corp. ausgesetzt, die unter anderem im Besitz von Ingram Micro ist. In der Notiz für die Börse heißt es, dass die Firma gerade «wichtige Angelegenheiten mit den relevanten Parteien verifiziere». Man werde eine «größere Bekanntmachung» veröffentlichen und diesen Prozess vermutlich bis nächsten Montag abschließen und dann auch die Ergebnisse verkünden können. An der Wall Street machten daraufhin Spekulationen die Runde, wonach dies bedeuten könne, dass Ingram Micro an einen Konkurrenten verkauft werden soll. Das US-Branchenmagazin crn beruft sich in einem entsprechenden Bericht auf die Analystenfirma Raymond James & Associates. «Von Tianjin Tianhai wird eine größere Bekanntmachung erwartet. In der Distributionsbranche gibt es eine starke Konsolidierung. Wir denken, dass es möglich ist, dass einer unserer Distributoren Ingram kaufen könnte. Am sinnvollsten wäre ein solcher Deal für Synnex. Dieser Deal würde Synnex automatisch zum größten IT-Distributor weltweit machen», wird ein Analyst der Firma zitiert.

Mittlerweile gibt es sowohl von Seiten Tianjin Tianhai als auch von Ingram Micro ein Dementi. Entsprechende Medienberichte, auch in China, die über einen Verkauf von Ingram Micro berichten, seien falsch, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters ein Statement von Tianjin für die Shanghai Stock Exchange. «Ingram Micro ist ein strategisches Investment für uns und steht nicht zur Option», heißt es in dem entsprechenden Statement. Auch Ingram Micro selbst hat sich gegenüber dem US-Branchendienst crn gemeldet und einen möglichen Verkauf dementiert: «Wir haben mit dem Management von HNA und Tianjin gesprochen und es wurde uns bestätigt, dass der ausgesetzte Handel mit den Aktien in keiner Beziehung zu Ingram Micro stehen würde», zitiert das Magazin einen Firmensprecher.

Der chinesische Konzern HNA, Muttergesellschaft von Tianjin Tianhai, sieht sich immer größerem Druck von sowohl staatlicher wie auch finanzieller Seite ausgesetzt. Zum Jahresende 2017 gab es immer mehr Meldungen über HNAs Liquiditätsengpässe. US-Distributionsriese Synnex übernahm im Juni 2017 das Geschäft von Westcon-Comstor in Nord- und Lateinamerika für 800 Millionen Dollar. Zudem kaufte der Broadliner eine Minderheitsbeteiligung in Höhe von zehn Prozent am Westcon-Geschäft in den Regionen EMEA und APAC. Synnex war bislang als einziger großer US-Distributor nicht in Europa präsent.

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