8.8 C
Flensburg
Samstag, Dezember 13, 2025

Schwarz Gruppe kooperiert umfassend mit Google

Die Gruppe hinter Lidl und Kaufland baut eine eigene Cloud-Plattform auf. Ein Baustein dafür kommt nun überraschend vom US-Internetriesen Google.

Die Schwarz Gruppe wird in ihren Rechenzentren künftig auch Office-Programme von Google anbieten. Der Konzern, der die Einzelhandelsketten Lidl und Kaufland betreibt, vereinbarte dazu eine langfristige Partnerschaft mit Google. Ähnlich wie der Handelsriese Amazon versucht die Schwarz-Gruppe mit ihrem IT-Geschäft ein zweites wirtschaftliches Standbein aufzubauen.

Überraschungs-Deal

Die Vereinbarung zwischen Google-Chef Sundar Pichai und Gerd Chrzanowski, Komplementär der Schwarz Gruppe, kommt überraschend, weil sich der deutsche Handelskonzern bei seinem Cloud-Geschäft bislang von US-Anbietern abgegrenzt hatte. Chrzanowski sagte: «Mit Google haben wir einen Partner gefunden, der mit uns auf Augenhöhe gemeinsame Lösungen entwickelt, transparente Einblicke gewährt und klare Verpflichtungen eingeht.»

Google kann die Daten nicht einsehen

Bei der Lösung unter dem Dach der Schwartz Gruppe wird Stackit, die Cloud-Einheit von Schwarz Digits, lokalen Speicherplatz für den Google Workspace bereitstellen und eine Verschlüsselungslösung für die Kunden anbieten. So entstehe eine sichere Lösung für Effizienz am Arbeitsplatz, betonte die Schwarz Gruppe. Damit werde der Zugriff durch Dritte, einschließlich Google selbst, verhindert. Die Daten der Kunden würden innerhalb der Europäischen Union verbleiben.

Google gewinnt für seine Produktivität-Software durch den Deal einen neuen Großkunden: Die Unternehmen der Schwarz Gruppe mit 575.000 Mitarbeitern werden auf Google Workspace umsteigen. Zu den Anwendungen gehören unter andrem eine Textverarbeitung, eine Tabellenkalkulation und ein Präsentationsprogramm.

Umkämpftes Cloud-Business

Das Geschäft mit Speicherplatz, Rechenleistung, Datenbanken und anderen Systemen aus der Cloud wächst seit Jahren kräftig und ist entsprechend umkämpft. Die drei großen US-Anbieter Amazon Web Services (AWS), Microsoft und Google beherrschen rund zwei Drittel des Marktes. Daneben sind auch mehrere europäische Anbieter aktiv, beispielsweise Ionos, T-Systems, OVH und die Schwarz Gruppe.

Viele kommerzielle Cloud-Anwender in Deutschland legen Wert darauf, dass die Daten im Inland bleiben und nicht in die USA übertragen werden. Daher bauen auch die US-Konzerne Rechenzentren in Deutschland. (dpa)

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Comments
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen

Meta: Weniger personalisierte Werbung für EU-Nutzer möglich

Meta-Nutzer sollen in der EU bald mehr Kontrolle über ihre Daten bekommen. Was sich ab Januar 2026 bei Facebook und Instagram ändert - und warum der US-Konzern mehr Wahlfreiheit zulassen will.

Oracle enttäuscht trotz hohen Wachstums im KI-Geschäft

Der US-Softwarekonzern Oracle wächst dank stark anziehender Geschäfte mit Produkten für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) kräftig. Allerdings blieben die Wachstumsraten in diesem Bereich hinter den Erwartungen der Experten zurück.

So setzten Temu und Shein dem Einzelhandel vor Weihnachten zu

Viele Menschen in Deutschland kaufen ihre Weihnachtsgeschenke bei asiatischen Shoppingportalen - zum Ärger des Handels. Wie groß ist der Schaden?
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE