Die Investitionsbereitschaft ist also hoch. Dennoch nutzt laut Statistischem Bundesamt nur jedes fünfte Unternehmen KI aktiv – bei kleinen Betrieben sind es sogar nur 17 Prozent. Die Ursachen für diese Diskrepanz sind vielfältig, etwa fehlendes Know-how, Unsicherheit bei Datenschutz und Compliance, mangelhafte Datenqualität und die Herausforderung, neue Technologien in gewachsene IT-Landschaften zu integrieren. Genau hier kommen Partner ins Spiel. Sie sind die Brücke zwischen Strategie und Umsetzung und können Unternehmen den Einstieg in die KI-Praxis erleichtern oder ihr Wachstum mit KI voranbringen.
Vom Buzzword zur Business-Realität
Die Nachfrage nach KI ist enorm, doch die Umsetzung stockt. Viele Unternehmen wissen nicht, wo sie anfangen sollen. Strategiepapiere allein reichen nicht, wenn keine konkreten Szenarien definiert sind, in denen KI echten Mehrwert bringt. Genau hier liegt die größte Hürde – und zugleich die größte Chance. KI wird erst dann vom Buzzword zur Business-Realität, wenn sie in alltäglichen Prozessen tatsächlich spürbare Effizienzgewinne bringt.
Ein konkretes Beispiel für den Nutzen von KI im Geschäftsalltag liefern Copilot und Copilot Chat. Sie verdichten die tägliche Flut an Informationen, indem sie z.B. lange E-Mail-Verläufe zusammenfassen oder umfangreiche Meeting-Protokolle in Sekunden in prägnante Handlungsschritte überführen. Auch Routineaufgaben wie das Formulieren von Standardantworten oder das Erstellen von Status-Updates lassen sich automatisieren − ohne zusätzliche Tools oder Medienbrüche. Damit wird KI zum praktischen Helfer, der Zeit spart, Entscheidungswege beschleunigt und die Qualität der Arbeit insgesamt verbessert.
Solche Use Cases sind greifbar und bieten Resellern einen leichten Einstieg in eine Schlüsselrolle: Sie helfen, die passenden Anwendungsfälle zu identifizieren, bewerten deren wirtschaftlichen Nutzen und begleiten die Integration in bestehende Workflows. So wird KI im Kundenunternehmen nicht als Fremdkörper wahrgenommen, sondern als echter Produktivitätsverstärker.
Wächter der digitalen Integrität
Während die Unternehmensführung oft noch zögert oder in komplexen Abstimmungen feststeckt, greifen Mitarbeitende häufig zu frei verfügbaren KI-Tools, um ihre Arbeit effizienter zu gestalten. Doch dieses Schatten-KI-Phänomen bedeutet: Anwendungen werden außerhalb der offiziellen IT-Governance genutzt – mit erheblichen Risiken für Sicherheit und Datenschutz. Laut Netskope stieg die Nutzung solcher Tools allein im ersten Quartal 2025 um 50 Prozent. Für Unternehmen ist das ein deutlicher Handlungsauftrag: KI muss unter Berücksichtigung interner Regularien eingeführt werden. Für Partner ergibt sich daraus eine klare Aufgabe: Governance und Sicherheit proaktiv adressieren, indem sie passende Lösungen bereitstellen und Unternehmen bei der Entwicklung klarer Richtlinien unterstützen, bevor Schatten-KI überhaupt erst Fuß fassen kann.
Vom Potenzial zur Produktivität
Dass KI die Effizienz steigert, ist mittlerweile belegt: Studien zeigen, dass Unternehmen, die KI in ihre Arbeitsprozesse integrieren, deutliche Produktivitätsgewinne erzielen. Laut IBM berichten 62 Prozent der deutschen Unternehmen bereits von erheblichen Effizienzsteigerungen durch KI, insbesondere in Bereichen wie Kundenservice, IT und Account-Management. Fast die Hälfte erwartet, ihre Investitionen innerhalb von zwölf Monaten wieder einzuspielen – vor allem durch Zeitersparnis, Kostensenkungen und Umsatzsteigerungen. Auch auf Mitarbeiterebene sind die Effekte direkt spürbar: Laut einer Untersuchung der IW Köln nehmen 45 Prozent der Beschäftigten, die länger mit KI arbeiten, eine Leistungssteigerung wahr – gegenüber 32 Prozent bei Nicht-Nutzern. Microsofts eigene Feldstudie mit über 6.000 Mitarbeitenden belegt, dass Copilot-Nutzer 11 Prozent weniger Zeit für E-Mails aufwenden und bis zu 13 Prozent mehr Dokumente erstellen.
Für Partner sind diese Zahlen ein starkes Argument: Sie können Unternehmen dabei unterstützen, diese Potenziale zu realisieren – durch die Auswahl geeigneter Lösungen wie Copilot mit Copilot Chat, die Integration in bestehende Systeme und die Schulung der Mitarbeitenden. So wird aus theoretischem Potenzial messbare Produktivität für jedes einzelne betreute Unternehmen.
Fazit und Ausblick 2026
Der Blick nach vorn zeigt, dass sich KI zunehmend in den Arbeitsalltag integrieren und vom generischen Tool hin zu spezialisierten Lösungen entwickeln wird. Für den Channel bedeutet das: Partner müssen sich vorbereiten, denn die Anforderungen der Kunden werden komplexer. Wer heute mit klar definierten Use Cases startet und Beratungskompetenz aufbaut, legt den Grundstein für eine Zukunft, in der KI nicht nur Effizienz steigert, sondern als strategischer Hebel für Wachstum dient. Jetzt ist für Partner auch genau der richtige Zeitpunkt, denn Microsoft verstärkt noch einmal seine Unterstützung für IT-Partner im KMU-Segment mit attraktiven Angeboten rund um Copilot Business. Diese zusätzlichen Ressourcen erleichtern den Einstieg und tragen dazu bei, KI-Lösungen schneller und nachhaltiger in den Kundenunternehmen zu etablieren.
Partner, die sich frühzeitig auf diese Entwicklung einstellen, können sich als langfristige Begleiter positionieren – von der Auswahl spezialisierter Lösungen bis zur kontinuierlichen Optimierung.
Gastbeitrag von Heiko Lossau, Head of Business Unit Microsoft bei der ADN Distribution GmbH


